„Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ – Der Wunsch nach einem „echten“ Teilzeitjob für mehr Zufriedenheit

Heute erzählt uns Jenny in der Serie  „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit wie sie nach 9 Wochen wieder zurück in ihren Job ist. Mit Teilzeitarbeit während der Elternzeit hat alles gut funktioniert und ihr Arbeitgeber war sehr offen für dieses Modell. Doch nach der Elternzeit wurde ihr eigentlicher Teilzeitjob ohne Planung und Absprachen schnell wieder zum Vollzeitjob.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Ich war Marketingleitung in Vollzeit einer international arbeitenden Baumschule (300 Mitarbeiter).

Dort habe ich mich um Messeauftritte, Katalogdigitalisierung, -erstellung, Homepage und alles, was so anfällt gekümmert.

 

 Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Ich habe für ein Jahr Elternzeit beantragt,  bin aber direkt nach dem Mutterschutz im Dezember 2014/ Januar 2015 zum Februar 2015 wieder für 16 Stunden/ Woche eingestiegen bis zum November 2015. Während der Elternzeit wurden ein Teil meiner Aufgaben an andere Personen und Abteilungen innerhalb des Unternehmens verteilt.

Als das Ende meiner Elternzeit anstand,  habe ich mich dagegen entschieden in Vollzeit zurückzukommen und einen Antrag auf Fortsetzung meiner Teilzeittätigkeit gestellt. Der Antrag wurde im November 2015 bewilligt.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Ich war nur 14 Wochen weg und habe mich einfach wieder ins Büro gesetzt und angefangen, alles was liegen geblieben ist aufzuarbeiten. Die Mini war beim Papa in der Zeit. Nach und nach kamen dann aber wieder alle verteilten Aufgaben zurück auf meinen Schreibtisch.  Das war am Anfang ein klasse Gefühl, denn es schien schnell alles so, als wäre ich nie weg gewesen. Nach und nach stellte sich allerdings ein Gefühl der Überforderung ein. Es ist nahezu unmöglich an 16 Stunden das zu schaffen, was in Vollzeit vorher erledigt wurde. Ich fing an Terminen und Abgaben nur noch hinterher zu laufen anstatt sie vernünftig planen zu können. Das machte mich selbst total unzufrieden.

Im Grunde arbeite ich in einem sehr familienfreundlichen Unternehmen. Ich glaube aber, wir haben uns die Sache mit der Elternteilzeit beide (sowohl ich, als auch die Geschäftsführung) einfacher vorgestellt. Konzepte für die Aufteilung der Aufgaben und direkte Planungsgespräche wegen der Reduzierung gab es nicht. Wahrscheinlich sind alle Beteiligten ein wenig naiv an die Sache rangegangen, vielleicht wurde auch die Wichtigkeit der Stelle etwas unterschätzt.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Ich bin noch bei meinem Arbeitgeber und erledige die gleichen Aufgaben. Das Problem ist allerdings, dass ich nicht in der Lage bin, die Aufgaben, die ich vorher in Vollzeit erledigt habe, jetzt in Teilzeit zu machen. Meine Kollegen helfen mir, wo sie nur können.

Eine dauerhafte Lösung ist das allerdings nicht. Sehr oft nehme ich daher die Arbeiten mit nach Hause, die im Arbeitsalltag liegen bleiben und andere werden einfach dauerhaft nach hinten verschoben.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite immer noch die 16 Stunden, im Grunde wären 25 Stunden auch drin. Mehr fänd ich nicht so schön für mich, meine Familie und besonders für die Mini.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Schaffen? Jain. Ich bin überzeugt davon, dass ich es schaffen würde, wenn ich einen „echten“ Teilzeitjob oder ein abgestecktes Homeoffice hätte. Mein Mann unterstützt mich zu Hause super und ich nutze die freie Zeit mit der Mini sehr intensiv. Gerade bin ich allerdings nicht in der Lage im Job die Qualität zu liefern, die ich gerne liefern würde. Ein Vollzeitjob lässt sich nicht einfach in eine Teilzeitstelle quetschen ohne Verluste. Ich arbeite aber an einer Lösung.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Ein klares Konzept und feste Absprachen mit dem Arbeitgeber für den Wiedereinstieg. Einfach so laufen lassen, hat bei mir – trotz super flexiblem Arbeitgeber und angepasstem Arbeitszeitmodell – nur bedingt funktioniert.

 

Vielen Dank Jenny für Deine persönliche Geschichte und ich wünsche Dir, dass Dein Teilzeitjob sehr bald ein „echter Teilzeitjob“ wird.

 

 

 

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