Wiedereinstieg

Mamihelden erzählen „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“

In meiner Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ berichten andere Mamihelden wie die Rückkehr in den Job gelaufen ist. Welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie den Spagat zwischen Job und Familie schaffen.

 

Den Anfang möchte ich gerne an dieser Stelle machen. Auch wenn meine Elternzeit schon etwas länger zurückliegt, kann ich mich noch ganz genau erinnern wie die Rückkehr war und das diese letztendlich auch einen großen Beitrag dazu geleistet hat, warum ich Mamihelden gegründet habe.

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Vor meiner ersten Elternzeit war ich Teamleiterin in einer Personalberatung und hatte ein kleines Team, wo wir gemeinsam für die Beratung der Unternehmen und Vermittlung von qualifizierten Fachkräften zuständig waren. Vor meiner zweiten Elternzeit war ich dann als Personalleiterin auch in Vollzeit beschäftigt, wo ich für alle Themen rund um das Thema Personal verantwortlich war. Von der Mitarbeiterbetreuung, Recruiting, Personalentwicklung, Arbeitsrecht und Optimierung der Personalprozesse.

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Bei beiden Elternzeiten habe ich jeweils ein Jahr Elternzeit beantragt.

Allerdings hatte ich in meiner ersten Elternzeit bereits nach einem halben Jahr das große Bedürfnis wieder für ein paar Stunden in meinem Job tätig zu sein. Da mein damaliger Arbeitgeber das leider abgelehnt hatte, habe ich bei einer großen Versicherung in München in der Personalentwicklung für 12h/ Woche gearbeitet. Mein Sohn war in der Zeit in der Krippe, die direkt neben der Versicherung war.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Bei meinem ersten Elternzeit leider nicht sehr schön. Ich hatte versucht den Kontakt während der Elternzeit zu halten, hatte auch den Wunsch wieder früher einzusteigen. Aber es kam wenig positive Rückmeldung. Als dann der eigentliche Wiedereinstieg anstand und ich den Wunsch geäußert habe für 30h/Woche wieder zurückzukommen, haben sie mir mitgeteilt, dass dieses nicht möglich ist. Das war eine große Enttäuschung. Ich hatte davor soviel Energie reingesteckt und hatte mich immer sehr gut mit meinem Arbeitgeber verstanden und dann diese knallharte Aussage. Man hat sich dann leider getrennt und ich war dann erstmal ohne Job, denn meine Tätigkeit bei der Versicherung war nur für vier Monate befristet.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Ich bin bei beiden Arbeitgebern nicht mehr, was für mich im Nachhinein aber auch gute Entscheidungen gewesen sind. Diese Stationen waren für mich wichtige Lerneinheiten, die mich auf meinen persönlichen Weg ein Stück weiter gebracht haben und letztendlich viel dazu beigetragen haben, dass ich Mamihelden gegründet habe. Im möchte auch nicht nur die Schuld meinen damaligen Arbeitgebern geben. Sicherlich habe auch ich vieles nicht richtig gemacht, aber diese Erkenntnisse habe ich erst später gewonnen.

Diese Erfahrungen, die ich gesammelt habe mit meinen Erfahrungen als Personaler möchte ich nun mit Mamihelden weitergeben. Ich berate und begleite Unternehmen und Mütter bei ihrem Ein- und Wiedereinstieg und unterstütze sie hier in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite ca.30h/ Woche, wobei ich mir die Arbeitszeit mit meiner Selbständigkeit natürlich sehr gut einteilen kann. Da kann es dann auch sein, dass ich an einem Tag nur bis Mittag vor dem Laptop oder beim Kunden sitze, dafür dann aber am Abend wenn die Kinder im Bett sind noch Bewerbungsunterlagen von Müttern mir ansehe.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Ich kann mir meine Zeit durch die Selbständigkeit an erster Stelle sehr gut einteilen und so flexibel reagieren, wenn Termine mit den Kids anstehen. Außerdem ist mein Mann auch eingespannt, z.B. morgens bringt er die Kinder in den Kindergarten oder zur Schule und hat auch zeitweise die Möglichkeiten die Kinder abzuholen, wenn ich z.B. am Nachmittag oder Abends Termine habe.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Für den Wiedereinstieg rate ich Müttern rechtzeitig den Kontakt mit dem Arbeitgeber herzustellen und konkrete Vorschläge für den Wiedereinstieg anbringen. Allerdings auch die Flexibilität mitbringen für Vorschläge, die der Arbeitgeber hat z.B. neue Aufgabenbereiche.

Guter Wiedereinstieg mit einem gelungenen Ausstieg oder was können eigentlich Mütter tun?

Wenn Mütter ihr erstes Kind bekommen, dann stellt das so einiges auf den Kopf. Nicht nur das normale Alltagsleben kommt durcheinander, nein auch die Sache mit dem Job bringt so einige Fragen mit sich und es stellt sich die Frage, wie der richtige Wiedereinstieg überhaupt gelingen kann. Ob man mit Kind überhaupt noch eine gute Mitarbeiterin ist und wie man weiterhin noch an spannenden Projekten arbeiten kann.

Ich bin davon überzeugt und so berate ich auch meine Kundinnen, dass der Erfolg für einen guten Wiedereinstieg nur mit einem gelungenen Ausstieg stattfinden kann. Das heißt, bereits mit Bekanntgabe der Schwangerschaft bei meinem Arbeitgeber. Sobald Ihr Euren Arbeitgeber über Eure Schwangerschaft informiert habt, plant gemeinsam deinen Ausstieg in die Elternzeit. Was sind Deine offenen Projekte? Wie kannst Du sicherstellen, dass diese bis zu Deinem Ausstieg erfolgreich abgearbeitet werden?

Auch wenn Du vielleicht früher wie geplant ausfällst. Signalisiere Deinem Arbeitgeber, dass es Dir wichtig ist, dass Du Deinen Job weiterhin professionell ausübst und dass er weiterhin auf Dich zählen kann. Das schafft Sicherheit und Vertrauen.

Bereits in dieser frühen Phase solltest Du Dir auch Gedanken machen, wie lange Du in Elternzeit gehen möchtest und wie Du dir den Wiedereinstieg vorstellst. Dazu gehört auch ein eventuelles Arbeitszeitmodell. Ich weiss, dass dieses sehr früh ist und man hier noch gar nicht weiß wie es letztendlich läuft mit Kind. Aber beschäftige Dich bitte zeitnah mit dieser Thematik. Denn wenn Du vorhast, in Teilzeit zurückzukehren dann werden sich dadurch möglicherweise Deine Aufgaben verändern und Dein Arbeitgeber muss sicherstellen, dass die Position mit all ihren Aufgaben erfüllt wird. Vielleicht hast Du auch einen Vorschlag wie die Elternzeitvertretung für Dich geregelt werden kann? Oder ob Du dir vorstellen könntest sogar während Deiner Elternzeit in geringeren Stundenumfang zu arbeiten.

Je früher Du hier gemeinsam mit ihm darüber sprichst, umso mehr Planungssicherheit bekommt Dein Arbeitgeber. Gleichzeitig signalisierst Du ihm, dass Du klare Vorstellungen hast, wie es für Dich nach der Elternzeit weitergehen soll. Den meisten Vorgesetzten wird es gefallen, wenn die Mitarbeiterin Selbstverantwortung zeigt und ihn durch Offenheit in die Planung miteinbezieht. Hier können bereits im Vorfeld über Wünsche und Herausforderungen gesprochen werden. Haltet dieses am besten schriftlich fest, das gibt Euch und Eurem Vorgesetzten Sicherheit und man kann eventuelle böse Überraschungen vorbeugen.

 

Vorlagen für einen Antrag zur Elternzeit oder Teilzeitarbeit findet Ihr als kostenlosen Download hier

 

Kurze Zusammenfassung was in dieser frühen Phase eurer geplanten Elternzeit wichtig ist und mit welchen Fragen Du dich beschäftigen solltest, bevor Dein Ausstieg ansteht:

 

  • Was sind Deine offenen Projekte?
  • Wie kannst Du sicherstellen, dass diese bis zu Deinem Ausstieg erfolgreich abgearbeitet werden?
  • Wie lange möchtest Du in Elternzeit gehen?
  • Wie stellst Du dir den Wiedereinstieg vor?
  • Wie kann Deine Elternzeitvertretung geregelt werden? Hast Du selber Ideen?
  • Welches Arbeitszeitmodell kommt für Dich nach der Elternzeit in Frage?
  • Kannst Du dir vorstellen während Deiner Elternzeit mit weniger Stunden zu arbeiten um im Job zu bleiben?

 

Ich möchte Euch mit diesem Artikel dazu ermutigen, auch selbst in die Verantwortung zu gehen und Eigeninitiative zu zeigen, damit ein guter Wiedereinstieg nach der Elternzeit gelingen kann. Viele Unternehmen und Vorgesetzten sind unerfahren was das Thema angeht, wenn eine Mitarbeiterin plötzlich in Elternzeit geht. Sieht es als Chance Euren Arbeitgeber dabei zu unterstützen und gestaltet und plant gemeinsam Euren Wiedereinstieg. Und wenn nicht, dann empfehlt ihm einfach Mamihelden 😉