Interview

„Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ – Gleiche Verantwortung in Teilzeit

In der Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ erzählt uns Nadja, wie sie nach 2 Elternzeiten wieder in ihren Job zurück ist. Mit 20 Stunden in der Woche hat sich bei ihren Aufgaben und ihrer Position  nichts verändert.

Neben ihrem Job als Marketingsreferentin schreibt sie auf ihrem Blog „Mama im Spagat“. Hier gibt sie anderen Müttern Tipps, wie sie den Spagat zwischen Job und Familie schaffen können.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Ich war und bin immer noch 😉 Marketingreferentin in einem Unternehmen in der Gesundheitsbranche. An meiner Position und an meinen Aufgaben hat sich während meiner Elternzeit zum Glück nichts geändert. Bin also ein absolutes Positivbeispiel!

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Beim ersten Kind war ich exakt ein Jahr in Elternzeit, beim Zweiten ein Jahr und vier Monate.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Aus meiner ersten Elternzeit bin ich mitten im „heißen“ Messeherbst zurückgekehrt. Dies war für mich kein perfekter Einstiegszeitpunkt, da unheimlich viel zu tun war und ich mich erstmal an das Arbeiten in Teilzeit gewöhnen musste. Mir war nicht bewusst, wie „wenig“ man in 20 Stunden schafft, wenn man 40 Stunden und mehr gewohnt war . Des Weiteren hatte ich auch nicht so richtig auf der Rechnung (trotz Warnungen von Freundinnen), dass die Kleinen in Herbst und Winter sehr oft krank sind. Ohne Großeltern vor Ort ein echtes Problem!

 

Beim zweiten Kind habe ich den Zeitpunkt des Wiedereinstiegs viel besser gewählt. Ich habe im Januar diesen Jahres wieder angefangen. Das war sehr viel entspannter als nach meiner ersten Elternzeit. Ich startete zusammen mit den Kollegen ins neue Jahr und konnte viel besser mitplanen und mich eingewöhnen. Außerdem ist der halbe Winter schon vorbei und die Kinder sind (wenn man Glück) hat, nur noch bis Ende März/Anfang April verstärkt den Krankheitserregern ausgesetzt. Unsere Kinder waren in diesem Jahr tatsächlich nicht allzu oft krank, im Herbst der Kleine nach der Eingewöhnung in die Kita schon…!

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Ja, ich bin noch beim gleichen Arbeitgeber und meine Aufgaben haben sich im Vergleich zu vor der Elternzeit kaum verändert. Ich trage die gleiche Verantwortung, übernehme nur ein paar Projekte weniger, als das in Vollzeit der Fall war.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite 20 Stunden in der Woche. Solange keines der Kinder krank ist, ist mein Job ganz gut mit der Familie zu vereinbaren. Aber natürlich gibt es auch Zeiten, in denen es ziemlich anstrengend ist, direkt von der Arbeit (die auch mal sehr stressig ist) zu den Kindern in die Kita zu hetzen. Das Abschalten fällt mir da nicht immer leicht, v.a. wenn ich auf der Arbeit eine Aufgabe mittendrin einfach stehen und liegen lassen muss, um pünktlich bei den Kindern zu sein. Dann fühle ich mich oft nicht gut und muss mich zwingen, das Thema im Kopf erstmal abzulegen und frühestens am nächten morgen unter der Dusche daran wieder weiterzudenken.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Mit viel Disziplin, relativ wenig Schlaf und einer gewissen Gelassenheit. Außerdem beschäftige ich mich seit geraumer Zeit mit dem Thema Stressmanagement/Stressbewältigung. Einige Techniken, wie beispielsweise das Autogene Training habe ich in meinen Alltag integriert.

 

Und natürlich hilft mir auch mein Blog Mama im Spagat www.mamaimspagat.de dabei, den Spagat zwischen Familie und Beruf entspannter und glücklicher zu meistern. Meine Leserinnen finden auf meinen Seiten viele Tipps, wie sie den Familienalltag smarter gestalten. Mit dem Aufschreiben dieser Tipps, erinnere ich mich selbst oft daran, diese Tipps auch zu befolgen. Denn auch bei mir gehen im Alltagsstress die guten Vorsätze schnell mal unter ;-).

 

Meine besten Tipps für einen entspannten Spagat zwischen Familie und Beruf findet ihr übrigens hier www.mamaimspagat.de/entspannten-spagat-zwischen-familie-und-beruf

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

 

Sich im Vorfeld gut überlegen, wann und mit wie vielen Stunden man in den Job zurückkehren will. Wie viel Beruf einen glücklich macht, ist sehr individuell und sollte zu den Bedürfnissen der gesamten Familie passen. Außerdem halte ich es für sinnvoll, die Betreuungszeiten der Kinder eher großzügig zu wählen. So hat man beim Abholen der Kinder einen kleinen Puffer und gerät nicht so schnell unter Zeitdruck.

 

Liebe Nadja, vielen Dank für das schöne Interview und weiterhin viel Gelassenheit im Spagat zwischen Job und Familie.

 

„Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ Gekämpft für die Rückkehr in Teilzeit

In der Serie „ Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ erzählt uns Mona heute wie Sie den Einstieg nach ihren zwei Elternzeiten geschafft hat und wie sie dafür gekämpft und Durchhaltevermögen gezeigt hat wieder eine Teilzeitposition bei ihrem Arbeitgeber zu bekommen.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Ich war Vertriebsassistentin in einem Leasingunternehmen. Ich betreute Kunden von der Auslieferung bis zur Rückgabe Ihres Fahrzeugs. Hierzu zählte unter anderem der reibungslose Ablauf, sowie die Organisation der Zulassung, Rechnungsstellung und -prüfung, Vertragsänderungen und -anpassungen,  Reklamationen, Bearbeitung interner Listen und sonstige Korrespondenz mit dem Kunden…

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Meine 1. Elternzeit dauerte 3 Jahre, meine 2. Elternzeit dauerte 1 Jahr.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Nach meiner 1. Elternzeit wollte ich zwar nach einem Jahr wieder einsteigen, jedoch konnte das Unternehmen mir keine Teilzeitstelle im Rahmen von ca. 20 Stunden anbieten, obwohl ich gleichzeitig mit meinem Antrag auf Elternzeit den Antrag auf Wiedereinstieg in Teilzeit gestellt hatte. Mein Arbeitgeber teilte mir dann nur mit, „Mal sehen was wir dann machen können.“ Ein halbes Jahr später habe ich dann nochmal den Kontakt gesucht und hier wurde dann auch konkret mein Wunsch wieder in Teilzeit nach einem Jahr zurückzukehren abgelehnt. Ich habe mir dann als Zwischenlösung zunächst eine befristete Stelle in einem anderen Unternehmen für 2 Jahre gesucht und konnte dann nach 3 Jahren bei meinem Arbeitgeber wieder einsteigen. Allerdings bot man mir ausschließlich eine Stelle mit 30 Stunden an.

 

Auch während meiner 2. Elternzeit habe ich den Antrag gestellt wieder in Teilzeit zurückzukehren. Den Antrag habe ich unter aller Einhaltung der vorgegeben Fristen bei meinem Arbeitgeber eingereicht. Die Antwort war dann sehr dünn, mit der Aussage „Wir melden uns wieder.“ Allerdings kam nichts, so dass ich dann einen persönlichen Termin wollte. Hier hat man mir den Wunsch nach Teilzeit abgelehnt. Dieses habe ich so nicht akzeptiert und habe wieder den Wunsch nach Teilzeit geäußert, auch mit der Flexibilität in anderen Bereichen zu arbeiten. Hier hat man mir dann eine Teilzeitposition angeboten, die weit unter den Qualifikationen und den Tätigkeiten, die ich vorher gemacht habe, lag. Mit dieser angebotenen Stelle bin ich dann zum Anwalt gegangen. Letztendlich ging dann die ganze Sache vors Arbeitsgericht. Hier hat mir der Richter den Zuspruch gegeben wieder in Teilzeit zurückzukehren und mein Arbeitgeber musste mir dann eine adäquate Stelle anbieten. Ich habe dann das Angebot bekommen wieder an meinem alten Arbeitsplatz zurückzukehren mit der gewünschten Arbeitszeit von 20 Stunden/ Woche und auch die Verteilung der Arbeitszeit.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Heute bin ich noch beim gleichen Arbeitgeber und wieder in einem tollen Team tätig. Das war für mich bisher, und ist auch heute noch, ein mit ausschlaggebender Grund dort zu arbeiten. Derzeit kalkuliere ich für Mittelständische und Großunternehmen Leasing- und Referenzangebote.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite heute 20 Stunden und so manches Mal kommt man an seine Grenzen. Vor allem wenn noch Events von Kindergarten, Hort, Schule oder die Freizeitaktivitäten der Kinder einen fordern. Es fällt mir manchmal schwer, mich bei diesen Dingen komplett „rauszuziehen“. Die Wochenenden sind uns heilig – diese Zeit nutzen wir intensiv und holen das auf oder nach, was unter der Woche auf der Strecke geblieben ist.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Manchmal läuft es super und es fällt mir leicht, dann habe ich auch viel Freude daran, in Schule und Kindergarten mitzuwirken. Wenn dann aber z.B. einer aus der Familie krank ist oder im Job die Arbeit überläuft, steigt der Druck allem gerecht zu werden und dann wird es schwierig.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Eine sehr frühzeitige Kommunikation mit dem Arbeitgeber bzgl. Elternzeit, gewünschte Arbeitszeit usw. und vor allem jegliche Korrespondenz und Zusagen stets schriftlich geben lassen. Vielleicht ist dies auch die Zeit, sich Gedanken zu machen, jobtechnisch noch einmal umzudenken…

 

Liebe Mona, Du bist eine echte Mamiheldin und Deine innere Stärke ist bewundernswert. Vielen Dank für Deine persönliche Geschichte.

Mamihelden erzählen „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“

In meiner Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ berichten andere Mamihelden wie die Rückkehr in den Job gelaufen ist. Welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie den Spagat zwischen Job und Familie schaffen.

 

Den Anfang möchte ich gerne an dieser Stelle machen. Auch wenn meine Elternzeit schon etwas länger zurückliegt, kann ich mich noch ganz genau erinnern wie die Rückkehr war und das diese letztendlich auch einen großen Beitrag dazu geleistet hat, warum ich Mamihelden gegründet habe.

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Vor meiner ersten Elternzeit war ich Teamleiterin in einer Personalberatung und hatte ein kleines Team, wo wir gemeinsam für die Beratung der Unternehmen und Vermittlung von qualifizierten Fachkräften zuständig waren. Vor meiner zweiten Elternzeit war ich dann als Personalleiterin auch in Vollzeit beschäftigt, wo ich für alle Themen rund um das Thema Personal verantwortlich war. Von der Mitarbeiterbetreuung, Recruiting, Personalentwicklung, Arbeitsrecht und Optimierung der Personalprozesse.

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Bei beiden Elternzeiten habe ich jeweils ein Jahr Elternzeit beantragt.

Allerdings hatte ich in meiner ersten Elternzeit bereits nach einem halben Jahr das große Bedürfnis wieder für ein paar Stunden in meinem Job tätig zu sein. Da mein damaliger Arbeitgeber das leider abgelehnt hatte, habe ich bei einer großen Versicherung in München in der Personalentwicklung für 12h/ Woche gearbeitet. Mein Sohn war in der Zeit in der Krippe, die direkt neben der Versicherung war.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Bei meinem ersten Elternzeit leider nicht sehr schön. Ich hatte versucht den Kontakt während der Elternzeit zu halten, hatte auch den Wunsch wieder früher einzusteigen. Aber es kam wenig positive Rückmeldung. Als dann der eigentliche Wiedereinstieg anstand und ich den Wunsch geäußert habe für 30h/Woche wieder zurückzukommen, haben sie mir mitgeteilt, dass dieses nicht möglich ist. Das war eine große Enttäuschung. Ich hatte davor soviel Energie reingesteckt und hatte mich immer sehr gut mit meinem Arbeitgeber verstanden und dann diese knallharte Aussage. Man hat sich dann leider getrennt und ich war dann erstmal ohne Job, denn meine Tätigkeit bei der Versicherung war nur für vier Monate befristet.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Ich bin bei beiden Arbeitgebern nicht mehr, was für mich im Nachhinein aber auch gute Entscheidungen gewesen sind. Diese Stationen waren für mich wichtige Lerneinheiten, die mich auf meinen persönlichen Weg ein Stück weiter gebracht haben und letztendlich viel dazu beigetragen haben, dass ich Mamihelden gegründet habe. Im möchte auch nicht nur die Schuld meinen damaligen Arbeitgebern geben. Sicherlich habe auch ich vieles nicht richtig gemacht, aber diese Erkenntnisse habe ich erst später gewonnen.

Diese Erfahrungen, die ich gesammelt habe mit meinen Erfahrungen als Personaler möchte ich nun mit Mamihelden weitergeben. Ich berate und begleite Unternehmen und Mütter bei ihrem Ein- und Wiedereinstieg und unterstütze sie hier in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite ca.30h/ Woche, wobei ich mir die Arbeitszeit mit meiner Selbständigkeit natürlich sehr gut einteilen kann. Da kann es dann auch sein, dass ich an einem Tag nur bis Mittag vor dem Laptop oder beim Kunden sitze, dafür dann aber am Abend wenn die Kinder im Bett sind noch Bewerbungsunterlagen von Müttern mir ansehe.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Ich kann mir meine Zeit durch die Selbständigkeit an erster Stelle sehr gut einteilen und so flexibel reagieren, wenn Termine mit den Kids anstehen. Außerdem ist mein Mann auch eingespannt, z.B. morgens bringt er die Kinder in den Kindergarten oder zur Schule und hat auch zeitweise die Möglichkeiten die Kinder abzuholen, wenn ich z.B. am Nachmittag oder Abends Termine habe.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Für den Wiedereinstieg rate ich Müttern rechtzeitig den Kontakt mit dem Arbeitgeber herzustellen und konkrete Vorschläge für den Wiedereinstieg anbringen. Allerdings auch die Flexibilität mitbringen für Vorschläge, die der Arbeitgeber hat z.B. neue Aufgabenbereiche.