Arbeiten im Home-Office! Aber wie überzeuge ich meinen Chef?

Ihr Lieben,

Melanie vom Blog glücklich scheitern hat mit ihrer Blogparade #ElternHomeoffice aufgerufen, von unseren Erfahrungen zu erzählen, wie das mit dem Arbeiten im Home-Office so klappt.

Heute möchte ich Dir berichten, wie das bei mir so ist.

Seit 1,5 Jahren bin ich nun selbständig und davon sind mindestens zwei Tage in der Woche im Home-Office. Wie das funktioniert, dazu komme ich später.

Beginnen möchte ich aber mit meinen Erfahrungen, die ich noch als Angestellte gemacht habe und oft ist es ja das, was sich viele angestellte Mütter auch wünschen. Vielleicht auch gerade DU!

Mehr Vereinbarkeit und weniger Stress im Home-Office

So auch bei mir…. Ich hatte als Angestellte immer den großen Wunsch von zuhause aus zu arbeiten. Mindestens einmal die Woche und am liebsten wäre mir der Freitag gewesen. Warum eigentlich der Freitag? Es hätte ja auch der Dienstag oder Mittwoch sein können. Die anderen Tage standen für mich aber irgendwie nie so im Fokus.

Mein Wunsch, der dahinter steckte, war einfach das ich nebenbei schon den Haushalt machen wollte und so weniger am Wochenende machen musste. Für mich eine ideale Vereinbarkeit von Beruf und Familie, in dem Fall aber eher Beruf und Haushalt.

Welchen Mehrwert bekommt eigentlich der Chef?

Leider blieb es bei diesem Wunsch, denn mein damaliger Arbeitgeber hat den Antrag auf Home-Office abgelehnt. Ich muss zugeben, dass meine Argumente, die ich ihm damals nannte, wahrscheinlich zu schwach waren und ich ihm unbewusst schon signalisierte, dass es mir hier eher um meinen Haushalt ging und dabei wenig Mehrwert für ihn bei raussprang. Auch wenn ich es ihm nie so direkt sagte.

Im Nachhinein kann ich seine Sichtweise absolut nachvollziehen. Welcher Arbeitgeber möchte schon gerne hören, dass seine Mitarbeiterin gerne zuhause arbeiten möchte, damit sie besser ihren Haushalt geregelt bekommt und dadurch weniger Stress hat?

Die Realität zeigt, dass es die Minderheit ist. Es gibt immer noch zu wenige Arbeitgeber, die wirklich aufgeschlossen gegenüber flexibleren Arbeitsmodellen sind. Das Wort alleine reicht schon aus und Vorgesetzte winken ab.

Neue Arbeitsmodelle brauchen Vertrauen

Damit sich das ändert, bin ich aber der Meinung, brauchen wir Mütter auch eindeutig gute Argumente und Voraussetzungen, damit Arbeitgebern dem zustimmen. Nur so kann VERTRAUEN und AKZEPTANZ gegenüber diesem Arbeitsmodell entstehen.

Seit 1,5 Jahren hat sich nun mein Wunsch erfüllt und ich habe die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten. Ein Tag davon ist der Freitag und ich möchte Euch gerne aufzeigen, wie bei mir so ein typischer Arbeitstag am Freitag im Home-Office aussieht.

08:00 Uhr – Die Familie ist aus dem Haus und ich kümmere mich, dass die Küche nach dem Frühstück wieder einigermaßen in Schuss ist. Danach werden die Betten gemacht und ich setze die erste Maschine Wäsche an.

08:45 Uhr – Ich ziehe meine Laufsachen an, um mindestens eine halbe Stunde was für mich zu tun und so den Tag mental frisch zu beginnen.

10:00 Uhr – Ich setze mich an den Rechner und beantworte Mails, mache die Buchhaltung, telefoniere mit Kunden und plane die nächste Woche. Zwischendurch hänge ich die Wäsche auf und mache die nächste Maschine mit Wäsche an.

12:30 Uhr – Ich mache mir was zu essen und das ist wirklich, was ich am Arbeiten von zuhause aus sehr schätze 😉 Ich mag bewusstes Essen, was mir oft beim Kunden oder wenn ich unterwegs bin bei Terminen sehr fehlt.

13:15 Uhr – Ich setze mich wieder an den Rechner und schreibe eventuell an konzeptionellen Arbeiten für Kunden. Hier breche ich dann aber gegen 14:30 Uhr ab, da ich dann die Kinder abhole.

So ungefähr sieht bei mir ein typischer Freitag im Home-Office aus. Von den 6,5 Stunden Zeit, die mir zur Verfügung stehen, arbeite ich effektiv wenn es hochkommt 3,5 Stunden und die restliche Zeit investiere ich nebenbei für private Dinge.

Wir brauchen bessere Argumente wie „ Höhere Produktivität“

Jetzt mag es natürlich sein, dass es Mütter gibt, die da sagen: „Aber bei mir läuft das ganz anders ab. Ich arbeite die Zeit komplett durch und die privaten Dinge erledige ich später.“ Das kann bestimmt so sein, aber in den meisten Fällen haben die Arbeitgeber genau das Bild im Kopf, wie ich es anhand meines typischen Home-Office Tag beschrieben habe.

Da helfen auch keine Argumente, die jeder Vorgesetzter schon hundertmal gehört hat, wie zum Beispiel:

  • Höhere Produktivität
  • Mehr Kreativität
  • Kostenersparnis
  • Besseres Arbeitgeberimage

Diese Argumente werden dich nicht zum gewünschten Erfolg bringen, von zuhause aus zu arbeiten, wenn Dein Chef das Bild von Dir im Kopf hat, dass Du neben Ausarbeitung von Kundenpräsentation auch noch den Haushalt erledigst.

Wie kann ich meinen Chef von Home-Office überzeugen?

Aber was braucht es dann, damit Dir Dein Chef erlaubt im Home-Office zu arbeiten?

VERTRAUEN

An erster Stelle braucht es meiner Meinung nach Vertrauen. Vertrauen zwischen Dir und Deinem Vorgesetzten. Das ist die Basis, die geschaffen und vorhanden sein muss, um alternative und flexible Arbeitsmodelle auch durchzuführen.

Wie ist das Vertrauensverhältnis aktuell zwischen Dir und Deinem Chef? Wo vertraut Dein Chef Dir schon und wo vielleicht noch nicht? Was müsstest Du tun, damit dieses Vertrauensverhältnis noch größer wird?

SELBSTORGANISATION

Als nächstes ist Deine Selbstorganisation gefragt. Selbstorganisation ist ein absolutes Muss, wenn Du alleine an deinem Schreibtisch zuhause arbeitest möchtest. Nur durch positive Beispiele Deiner selbständigen Arbeitsweise  zeigst Du Deinem Chef im Büro, dass Du komplexe Themen auch alleine lösen und Dich so organisieren kannst, dass er als Arbeitgeber ein professionelles Ergebnis von seiner Mitarbeiterin zur Verfügung gestellt bekommt. Ob im Büro oder im Home-Office.

Wie selbständig bist Du in Deiner Arbeitsweise? Brauchst Du in Deinen Projekten noch die Unterstützung von Deinem Chef oder Deinen Kollegen? Wenn ja, wie könntest Du Deine Arbeitsweise so organisieren, dass Du weniger Rückfragen stellen musst? Welche Projekte hast Du in der Vergangenheit erfolgreich durchgeführt, wo Du auf Dich alleine gestellt warst und Dein Chef absolut von Dir und Deiner Leistung überzeugt war?

UNTERNEHMERTUM

Ein weiterer Punkt ist das Unternehmertum. Arbeitgeber und Chefs wünschen sich Mitarbeiter, die Spaß am Job haben und die für ihre Tätigkeit brennen. Wo die Arbeitszeiten vielleicht im Vertrag festgelegt sind, aber man auch noch am Abend oder am Nachmittag Ideen erarbeitet, wo das Unternehmen sich weiterentwickeln kann, so als wenn sie selbst ein Unternehmer im Unternehmen sind. Aus der eigenen Motivation und Leidenschaft.

Welche Motivation und Ideen bringst Du mit, damit sich Dein Arbeitgeber weiterentwickeln kann? Wie flexibel bist Du gegenüber Deinem Arbeitgeber das angefangene Projekt vom Vormittag auch mal am Nachmittag oder am Abend fertigzustellen und hast ihm damit gezeigt, dass Du für den Job brennst und das es Dir wichtig ist, dass das Projekt fertiggestellt wird?

Das sind nur drei von vielen wichtigen Voraussetzungen, die geschaffen sein müssen, damit das Modell Home-Office im Angestelltenverhältnis funktioniert und akzeptiert ist.

Flexibilität ist ein Geben und Nehmen

Auch wenn Dein Arbeitgeber Dir im Moment noch keine Lösung für das Arbeiten von zuhause aus anbietet, versuche daran zu arbeiten, wie es vielleicht doch funktionieren kann und welchen Beitrag Du dafür leisten kannst. Es geht immer um das Zwischenspiel zwischen Dir und Deinem Chef. Ein Geben und Nehmen.

Wie siehst Du das? Hast Du vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht?

Wenn Du unsicher bist, wie Du damit beginnen kannst, dann schreibe mir gerne. Ich freue mich über jede Nachricht.

Deine Sabrina

 

 

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