Meistens kommt es anders, als gedacht …

Und wenn es nicht so läuft, wie du dir das vor deinem Kind vorgestellt hast, dann sei einfach mutig – und mische die Karten neu. Das ist der Tipp von Verena vom Blogmagazin Mami rocks. Denn auch die Mutter von einem Sohn und Zwillingen musste am eigenen Leib erfahren, dass die berufliche Realität mit Kindern nicht vorhersehbar und schlecht planbar ist. Wie Verenas Wiedereinstieg nach ihrer Elternzeit verlief, erfährst du in unserem Interview.

Was war deine Position und Aufgabe vor deiner Elternzeit?

Redakteurin in Vollzeit für eine gastronomische Fachzeitschrift und einer Publikumszeitschrift im Bereich Gourmet und Reise

Hast du nach deiner Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber wieder begonnen? Wie war für dich der berufliche Wiedereinstieg?

Ich habe 16 Monate nach dem ersten Kind Zwillinge bekommen, und die Elternzeit gleich daran angeschlossen. Bei Zwillinge ist es mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich, bis zu 5 Jahre Elternzeit zu nehmen (sind ja zwei Kinder). Zusammen mit der Elternzeit vom ersten Kind habe ich knapp 7,5 Jahre in Elternzeit verbracht.

Schon während der Elternzeit, genauer gesagt als die Zwillinge 4 Monate alt waren und der „Große“ 20 Monate, habe ich begonnen, einzelne Artikel von zuhause aus für die Fachmagazine meines Verlages zu schreiben. Die Anzahl der Texte steigerte sich nach und nach. Für mich war das Schreiben ein toller Ausgleich. Nach der geballten Baby-Power tat es mir unendlich gut, mich mit etwas anderem als Stillen, Wickeln und Liebhaben zu beschäftigen.

Was machst du heute beruflich?

Ich bin selbständige Journalistin. Ich schreibe Reisereportagen, Fachtexte im Bereich Food & Beverage, Hotellerie und Reisen. außerdem bin ich immer noch Redakteurin der Zeitschrift Genießen und Reisen. Nebenher betreibe ich das Blogmagazin Mami rocks. Ab und zu verdiene ich auch Geld mit Fotoprojekten. Gerade schreibe ich an meinem ersten Roman.

Wieviele Stunden arbeitest du? Und wie bewältigst du den Spagat zwischen Kind und Familie?

Ich arbeite je nach Bedarf und Auftragslage. Momentan sind das im Durchschnitt zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche. Den Spagat zwischen Familie und Beruf schaffen wir nur, weil mein Mann mitmacht. Er ist auch selbständig und wir wechseln uns mit allen Sachen ab. Wenn ich etwa ins ca. 90 km entfernte Büro fahre – oft für mehrere Tage am Stück – schmeißt er zuhause den Laden.

Und zum Schluss, welchen wertvollen Tipp kannst du Müttern mit auf den Weg geben, die sich gerade in Elternzeit befinden und den beruflichen Wiedereinstieg planen?

Meistens kommt es anders, als gedacht. Wenn es nicht so läuft, wie Du Dir das vor dem Kind vorgestellt hast, sei mutig und misch die Karten neu. Die eigenen Vorstellungen und Ansprüche kollidieren oft schmerzhaft mit der Wirklichkeit. Die Realität mit Kind ist nicht vorhersehbar und daher auch schlecht planbar. Manchmal hilft eine berufliche Veränderung, manchmal merken Eltern, dass der Erfolg im Job ihnen nicht mehr wichtig ist oder plötzlich umso wichtiger.

Das einzige was wirklich zählt, ist die annähernde Harmonie für alle Beteiligten und für denjenigen, der eine persönliche Entscheidung treffen muss.

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