Schlagwort: Mamihelden im Interview

Eine reisende Journalistin erfindet sich neu

Heute erzählt uns Nathalie vom Blog Eine ganz normale Mama in unserer Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ von ihrer Rückkehr an den Schreibtisch. Früher ist Nathalie als Journalistin um die ganze Welt gereist und hat für verschiedene Auftraggeber Reportagen über ferne Länder geschrieben. Und obwohl sie vor ihrer Elternzeit felsenfest überzeugt war, dass sie in ihren alten Job zurückkehren würde, musste sie sich eingestehen, dass sich das Reisen nicht mit ihrer Familie vereinbaren lässt. Ein neues Arbeitsmodell musste her. Heute ist Nathalie erfolgreiche Bloggerin, Journalistin und Buchautorin.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor deiner Elternzeit?

Ich war schon vor der ersten Elternzeit 5 Jahre lang als freie Journalistin tätig. Ich reiste vor der Geburt meines Großen mehrmals im Jahr durch die Welt, um für Reportagen über Frauen und Mädchenrechte zu recherchieren. Das waren meist Entwicklungsländer, aber zum Beispiel ging es auch mal in den Oman. Meine Kunden waren Frauenzeitschriften, Spiegel Online, die Mädchen, aber auch Wochenendseiten großer Tageszeitungen.

 

Hast du nach deiner Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber wieder begonnen? Wie war für dich der berufliche Wiedereinstieg?

Während der Elternzeit schrieb ich weiter für meine Kunden (Frauenzeitschriften und Kinderzeitschriften). Schon während der Elternzeit plante ich die nächste Reise und es war klar, dass es für 10 Tage nach Peru gehen sollte, als mein Sohn 14 Monate alt war und mein Mann die zwei Vätermonate hatte. Die Reise fiel mir schwerer als vorher gedacht – hätte ich sie nicht schon so früh geplant, hätte ich wohl gekniffen! Die Trennung von meinem Sohn – und dann auch noch quer über den Ozean war ganz schön hart. Das zeigte mir, dass ich auf jeden Fall nicht mehr so oft im Jahr unterwegs sein konnte. Da ich aber auch wusste, dass ich nur noch halbtags arbeiten wollte, war das erst mal okay. Kurz vor seinem zweiten Geburtstag und der Schwangerschaft mit meinem zweiten Sohn war ich noch einmal in Tansania für eine Recherche. Es war wieder nicht ganz einfach – obwohl die Reisen toll waren und ich in die Arbeit abtauchte. Die Zeit VOR der Reise war die Hölle. Dann wurde ich wieder schwanger und wusste während der Elternzeit: Mit zwei Kindern wird es nicht einfacher. Also wollte ich mich umorientieren und begann mir längere Projekte zu suchen. Das eine waren die beiden Bücher. Das andere war mein Blog Eine ganz normale Mama, den ich erst als Hobby begann, um in der Elternzeit im Schreiben zu bleiben, aber schon da im Hinterkopf hatte, ihn als beruflliches Standbein auszubauen.

 

Du hast in deiner zweiten Elternzeit zwei Bücher geschrieben. Kannst du uns sagen, wann und wie du das geschafft hast?

Das frage ich mich heute auch! Ich hatte die Aufträge naiv in der Schwangerschaft angenommen. Ich dachte, die zweite Elternzeit wäre so entspannt wie die erste. Nun – falsch gedacht. Denn erstens war mein Kleiner nicht so ein guter Schläfer wie der Große. Er schlief tagsüber einfach viel weniger. Diese Zeit zum Arbeiten fiel also weg. Und an den Nachmittagen war ja der Große da und wollte natürlich eine große Portion Mama. Es war also sehr stressig. Ich habe mich immer, sobald der Kleine schlief an den PC gestürzt und wie eine Blöde getippt. Und abends, wenn die Kinder im Bett lagen auch. Und an den Wochenenden, wenn mein Mann nicht grad ein Veto einlegte, weil wir natürlich auch als Familie etwas machen wollten. Meine Mutter hat mir auch viel abgenommen, aber ich wollte ja auch die Babyzeit erleben – ich war also eigentlich sehr viel im Stress und immer im emotionalem Zwiespalt.

 

Was machst du heute beruflich?

Eigentlich wollte ich schon lange wieder gereist sein! Aber bisher habe ich es erst emotional nicht auf die Reihe bekommen und als dann die Chance zu einer Reise nach Vietnam bestand, wollte keiner meiner Kunden die Reportagen kaufen, also habe ich die Reise absagen müssen. Früher bin ich auch ohne feste Zusage einer Abnahme losgeflogen, das mache ich heute nicht mehr. Klar kommt immer eine Geschichte herum, aber mit zwei Kindern, dem Organisieren usw. – das geht nicht mehr. Also schreibe ich mehr über Familienthemen, mehr Sachen, die ich hier recherchieren kann. Wenn Entwicklungshelfer hierzulande zu Besuch sind, sehe ich zu, dass ich sie interviewen kann, um so in der Materie zu bleiben und immer noch Geschichten mit dem Bezug an meine Kunden zu verkaufen. Neben der journalistischen Arbeit habe ich nun meinen Blog als zweites berufliches Standbein ausgebaut und verdiene damit gut die Hälfte meines Umsatzes. Das hätte ich auch nie gedacht! Diese Mischung gefällt mir sehr gut! Im Dezember habe ich dann mein viertes Buch abgegeben, ein Erziehungsratgeber, eventuell wird es demnächst noch ein weiteres Buch geben. Ich mag diese langfristigeren Projekte, sie lassen sich sehr gut mit Kindern vereinbaren!

 

Wie viele Stunden arbeitest du durchschnittlich in der Woche? Und lässt sich deine Tätigkeit gut mit der Familie vereinbaren?

Ich arbeite um die 25 Stunden in der Woche, manchmal noch abends am Blog. Das lässt sich sehr gut vereinbaren! Klar, wenn die Kinder mal wieder kurzfristig krank sind, wirft das auch bei mir den Terminplan völlig über den Haufen. Obwohl ich für meine Artikel oft einen Monat Zeit habe, wird es dann doch immer irgendwie stressig, wenn alles zusammenfällt. Und im Sommer, wenn der Kindergarten 3 Wochen zu hat und demnächst 6 Wochen Sommerferien sind, ist das immer ein Einkommensausfall, den ich vorher aber einkalkuliere. Aber alles in allem ist es perfekt, so wie es ist. Denn ich habe keinen Chef, dem gegenüber ich mich rechtfertigen muss. Ich teile meine Zeit frei ein und wenn die Kinder krank sind, kann ich ja trotzdem ein bisschen arbeiten. Zur Not gibt es halt Sendung mit der Maus auf YouTube, wenn ich mich wirklich auf einen Text oder ein Telefoninterview konzentrieren muss. Das darf dann auch mal sein! Ich finde es so perfekt, weil ich die Nachmittage frei habe und die Zeit mit meinen Kindern richtig genießen kann. Egal wie stressig der Vormittag war, am Nachmittag bleibt das Handy meist aus und ich tauche ab in die Mamawelt.

 

Wie bewältigst du den Spagat zwischen Job und Familie?

Eigentlich ganz gut. Aber, wenn ich mal wieder furchtbar viel zu tun habe und die Kinder eine halbe Stunde später als sonst vom Kindergarten abhole, dann ist da schon dieses schlechte Gewissen. Aber andererseits weiß ich auch, dass sie sich dort wohlfühlen und es ihnen mehr bringt, dort mit ihren Freunden zu spielen als von einer total gestressten Mutter abgeholt zu werden, die in Gedanken bei der Arbeit ist und nur darauf wartet, dass sie ins Bett gehen, um dann weiterzuarbeiten. Dann arbeite ich lieber etwas länger und bin am Nachmittag entspannter.

 

Und zum Schluss, welchen wertvollen Tipp kannst du Müttern mit auf den Weg geben, die sich gerade in Elternzeit befinden und den beruflichen Wiedereinstieg planen?

Erstens: Sich vorher genau überlegen, wie lange man arbeiten will, wie man das regeln will und wie lange die Kinder in der Betreuung bleiben sollen.
Zweitens: Darauf gefasst sein, dass man, wenn es soweit ist, alles vielleicht wieder umwirft. So wie bei mir mit dem Reisen. Ich wollte es unbedingt. Und war dann überwältigt von meinen Gefühlen. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schwerfällt, ohne meine Kinder zu sein. Vor allem, da mir die Reisen immer so viel bedeutet haben. Aber da muss man dann auch seine eigenen Gefühle akzeptieren und eine passende Lösung suchen. Es gibt nie DIE perfekte Lösung für alles. Jeder hat ein anderes Lebensmodell und man muss sich seinen Weg suchen. Dazu gehört auch, dass man mal in eine Sackgasse rennt und dann einfach umdreht und eine andere Abzweigung nimmt. Und ganz wichtig finde ich ein Ritual zwischen dem Feierabend und dem Abholen der Kinder, um die Berufswelt und die Mamawelt voneinander zu trennen und runterzukommen. Bei mir ist es der Feierabendkaffee, den ich um halb drei trinke, bevor ich die Kinder abhole. Dazu gibt es eine kleine süße Sache, ich gucke aus dem Fenster, atme durch und mache den PC aus.
Vielen Dank Nathalie für deine spannende Geschichte. Das MAMIHELDEN-Team wünscht dir weiterhin viel Erfolg.

Fotocredit: Nathalie Klüver

„Mein Wiedereinstieg aus der Elternzeit“ – Mit drei Kindern zurück in die 50h Woche

In der Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ erzählt uns Cindy, wie sie nach 10 Monaten Elternzeit mit ihrem dritten Kind wieder in ihren Job zurück ist. Mit dem Angebot als Tagesmutter in Vollzeit eine Einrichtung für Kinder zu übernehmen.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Meine ersten beiden Elternzeiten sind schon etwas länger her, daher möchte ich gerne die letzte Elternzeit und den Wiedereinstieg meines dritten Kindes schildern. Schon vor der Geburt meines dritten Kindes habe ich eine Ausbildung als Tagespflegeperson für Kinder absolviert und damit den Weg in die Selbständigkeit gewagt. Ich habe als qualifizierte Tagesmutter gearbeitet und Kinder betreut, deren Eltern keinen Kinderkrippenplatz in Anspruch nehmen wollen.

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Ich plante ursprünglich den Wiedereinstieg nach einem Jahr, evtl. 15 Monaten Elternzeit als Schwangerschaftsvertretung für Tagesmuttis. Mir reichte allerdings ein Elternzeitanspruch von 10 Monaten, da ich zu diesem Zeitpunkt eine komplette Einrichtung mit lieber Kollegin übernehmen durfte.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

In meiner  Elternzeit war ich natürlich sehr entspannt. Da ich mit dem Jugendamt zusammen arbeite und wir auch während meiner Elternzeit im Kontakt standen, gab es für mich auch nicht wirklich Druck. Ich wollte ganz in Ruhe wieder einsteigen, z.B. als Schwangerschaftsvertretung für eine Tagesmutti. Doch dann bekam ich einen Anruf vom Jugendamt, ob ich bereits früher zur Verfügung stehen würde, da eine Tagesmutti aus persönlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann und eine Nachfolgerin und Kollegin für ihre Partnerin sucht.

Ich habe mich gefreut, wusste aber auch dass es anfangs sehr stressig wird. Ich musste in kurzer Zeit ein neues Konzept erstellen, um meine Pflegeerlaubnis zu bekommen und brauchte Zeit, um meine neue Kollegin kennenzulernen, sowie die Kinder und deren Eltern, die ich mit übernehmen wollte. Gleichzeitig hatten wir die Eingewöhnung mit unserer kleinen Tochter in der Krippe. Die plötzliche 50hWoche hat mich anfangs auch sehr geschlaucht. Das alles hat sich nach wenigen Wochen aber gelegt und ich habe mich sehr schnell wieder eingefunden.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Während meiner Elternzeit hat sich nicht viel geändert. Neu war die Zusammenarbeit des Jugendamtes mit einer Vertretungsfirma, die im Krankheitsfall bei Verfügbarkeit eine (natürlich auch qualifizierte) Vertretung schicken kann. Wenn es mich also auch mal erwischt oder ich wegen eines meiner Kinder zu Hause bleiben muss, ist jemand vor Ort, der mich vertritt. Sollte keine Vertretung verfügbar sein, weil alle im Einsatz sind, unterstützt mich mein Mann und bleibt mit unserem kranken Kind/ unseren kranken Kindern zu Hause.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Meine Arbeitszeiten richten sich nach den Betreuungszeiten meiner Kinder. Meine Einrichtung  ist täglich 10 Stunden geöffnet.

Ich spreche mich mit den Eltern ab und bin da, wenn das erste Kind zu mir in die Einrichtung kommt. Wird das letzte Kind nachmittags abgeholt, endet mein Arbeitstag. Somit variiert meine Arbeitszeit zwischen 8 und 10  Stunden. Unsere großen Kinder gehen und kommen selbständig zur Schule und nach Hause. Am Nachmittag holt mein Mann unsere kleine Tochter von der Krippe ab und ist dann zu Hause und kümmert sich um Schularbeit und co.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Mit der Unterstützung meines Mannes, der glücklicherweise flexible Arbeitszeiten hat, schaffen wir den Spagat zwischen Job und Familie recht gut. Wir planen sonntags die Organisation für die nächste Woche, stimmen unsere Termine ab und können deshalb unser Familienleben genießen.

Schwierig wird es manchmal, wenn eines unserer Kinder plötzlich nachts krank wird. Dann überlegen wir hin und her, wie wir es am Morgen machen… Wer fährt zum Arzt? Wenn es bei meinem Mann dienstlich nicht zu machen ist, muss ich mich früh gleich kümmern, eine Vertretung zu bekommen. Ich muss mich bei den Eltern melden, nebenbei aber noch mein krankes, fieberndes Kind trösten und pflegen. Das sind Situationen, in denen man an seine Grenzen stoßen kann und wir auch ins Rudern kommen…

Das ist dann auch der Nachteil gegenüber einem Arbeitgeber, bei dem man sich einfach krank melden kann, ohne sich um Vertretungen kümmern zu müssen, etc.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Ich möchte anderen Müttern mit auf den Weg geben, ihre Partner mit einzubeziehen. Denn wenn beide Elternteile gut zusammen arbeiten und organisiert sind, klappt alles viel leichter.

Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit im Haushalt und in der Kinderbetreuung ist natürlich, dass beide Elternteile in der Woche täglich zu Hause sind!

Arbeitsteilung bedeutet für mich, dass beide Partner abwechselnd die Kinder wegbringen und abholen…

Mein Mann fährt z.B. mit unseren Kinder zu den Impfungen, weil er weiß, dass ich dabei nicht gern zusehe.

Habe ich doch mal früher Schluss, rufe ich ihn an, dass ich unsere Jüngste aus der Krippe hole und er kann länger arbeiten oder noch spontan zum Sport gehen. So versuchen wir uns gegenseitig soviel Spielraum wie möglich zu schaffen.

Damit mein Mann und ich auch mal gemeinsamen Aktivitäten nachgehen können, springen schon mal gern die Großeltern ein. Mir ist bewusst, dass es viele Mütter gibt, deren Männer nur am Wochenende zu Hause sind oder deren Eltern zu weit weg wohnen, um spontan die Kinder zu betreuen. Dann solltet Ihr Euch nicht scheuen, auch gute Freunde einzubeziehen, die Euch unterstützten können.

 

Liebe Cindy, ich finde es beeindruckend wie Du es mit drei Kindern und guter Organisation schaffst in Vollzeit zu arbeiten. Es zeigt uns,wie wichtig es ist einen Partner an seiner Seite zu haben, der einen unterstützt. Du bist eine echte Mamiheldin.Vielen Dank für Deine persönliche Geschichte.

Mamihelden erzählen „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“

In meiner Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ berichten andere Mamihelden wie die Rückkehr in den Job gelaufen ist. Welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie den Spagat zwischen Job und Familie schaffen.

 

Den Anfang möchte ich gerne an dieser Stelle machen. Auch wenn meine Elternzeit schon etwas länger zurückliegt, kann ich mich noch ganz genau erinnern wie die Rückkehr war und das diese letztendlich auch einen großen Beitrag dazu geleistet hat, warum ich Mamihelden gegründet habe.

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Vor meiner ersten Elternzeit war ich Teamleiterin in einer Personalberatung und hatte ein kleines Team, wo wir gemeinsam für die Beratung der Unternehmen und Vermittlung von qualifizierten Fachkräften zuständig waren. Vor meiner zweiten Elternzeit war ich dann als Personalleiterin auch in Vollzeit beschäftigt, wo ich für alle Themen rund um das Thema Personal verantwortlich war. Von der Mitarbeiterbetreuung, Recruiting, Personalentwicklung, Arbeitsrecht und Optimierung der Personalprozesse.

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Bei beiden Elternzeiten habe ich jeweils ein Jahr Elternzeit beantragt.

Allerdings hatte ich in meiner ersten Elternzeit bereits nach einem halben Jahr das große Bedürfnis wieder für ein paar Stunden in meinem Job tätig zu sein. Da mein damaliger Arbeitgeber das leider abgelehnt hatte, habe ich bei einer großen Versicherung in München in der Personalentwicklung für 12h/ Woche gearbeitet. Mein Sohn war in der Zeit in der Krippe, die direkt neben der Versicherung war.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Bei meinem ersten Elternzeit leider nicht sehr schön. Ich hatte versucht den Kontakt während der Elternzeit zu halten, hatte auch den Wunsch wieder früher einzusteigen. Aber es kam wenig positive Rückmeldung. Als dann der eigentliche Wiedereinstieg anstand und ich den Wunsch geäußert habe für 30h/Woche wieder zurückzukommen, haben sie mir mitgeteilt, dass dieses nicht möglich ist. Das war eine große Enttäuschung. Ich hatte davor soviel Energie reingesteckt und hatte mich immer sehr gut mit meinem Arbeitgeber verstanden und dann diese knallharte Aussage. Man hat sich dann leider getrennt und ich war dann erstmal ohne Job, denn meine Tätigkeit bei der Versicherung war nur für vier Monate befristet.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Ich bin bei beiden Arbeitgebern nicht mehr, was für mich im Nachhinein aber auch gute Entscheidungen gewesen sind. Diese Stationen waren für mich wichtige Lerneinheiten, die mich auf meinen persönlichen Weg ein Stück weiter gebracht haben und letztendlich viel dazu beigetragen haben, dass ich Mamihelden gegründet habe. Im möchte auch nicht nur die Schuld meinen damaligen Arbeitgebern geben. Sicherlich habe auch ich vieles nicht richtig gemacht, aber diese Erkenntnisse habe ich erst später gewonnen.

Diese Erfahrungen, die ich gesammelt habe mit meinen Erfahrungen als Personaler möchte ich nun mit Mamihelden weitergeben. Ich berate und begleite Unternehmen und Mütter bei ihrem Ein- und Wiedereinstieg und unterstütze sie hier in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite ca.30h/ Woche, wobei ich mir die Arbeitszeit mit meiner Selbständigkeit natürlich sehr gut einteilen kann. Da kann es dann auch sein, dass ich an einem Tag nur bis Mittag vor dem Laptop oder beim Kunden sitze, dafür dann aber am Abend wenn die Kinder im Bett sind noch Bewerbungsunterlagen von Müttern mir ansehe.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Ich kann mir meine Zeit durch die Selbständigkeit an erster Stelle sehr gut einteilen und so flexibel reagieren, wenn Termine mit den Kids anstehen. Außerdem ist mein Mann auch eingespannt, z.B. morgens bringt er die Kinder in den Kindergarten oder zur Schule und hat auch zeitweise die Möglichkeiten die Kinder abzuholen, wenn ich z.B. am Nachmittag oder Abends Termine habe.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Für den Wiedereinstieg rate ich Müttern rechtzeitig den Kontakt mit dem Arbeitgeber herzustellen und konkrete Vorschläge für den Wiedereinstieg anbringen. Allerdings auch die Flexibilität mitbringen für Vorschläge, die der Arbeitgeber hat z.B. neue Aufgabenbereiche.