5 Tipps für die Elternzeit und einen gelungenen Wiedereinstieg

Für immer mehr Mütter ist es selbstverständlich, berufstätig zu sein und die Aufmerksamkeit für das Thema Wiedereinstieg wird immer größer.

Viele Mütter & Unternehmen haben Herausforderungen wenn der Wiedereinstieg und die Rückkehr in den Job bevor steht. Deshalb suchen sie nach Lösungen zum Wiedereinstieg und um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen.

Die folgenden Tipps können Dir als Mutter dabei helfen, wie Du Dich während Deiner Elternzeit auf einen gelungen Wiedereinstieg vorbereiten kannst.

 

In Kontakt bleiben mit Deinem Arbeitgeber

Auch wenn Du nun zuhause bist und sich zum größten Teil alles nur noch um Dein Kind dreht, ist es auch wichtig, dass Du während Deiner Elternzeit den Kontakt zu Deinem Arbeitgeber nicht verlierst.

Nutze die Möglichkeiten, die Dein Arbeitgeber Dir vielleicht im Vorfeld angeboten hat an möglichen Events wie zum Beispiel Weihnachtsfeiern, Sommerfeste etc. teilzunehmen. Wenn es diese Möglichkeiten nicht gibt, dann gehe selbst in die Verantwortung und besuche Deinen Arbeitgeber und signalisiere ihm, dass es Dir wichtig ist, dass Du den Kontakt während der Elternzeit nicht verlieren möchtest. Falls Du dir unsicher bist  wie oft Du ihn besuchen sollst, dann besprich Dich mit Deinem Vorgesetzten und vereinbart zusammen was gute zeitliche Abstände sind wie z.B. alle drei Monate. Dieser Kontakt und Austausch sind immer wieder gute Gelegenheiten über Deinen Wiedereinstieg zu sprechen.

Die Vorteile für Dich und Deinem Arbeitgeber sind, dass Ihr die emotionale Nähe zueinander nicht verliert und Du signalisierst ihm, dass Dein Job für Dich immer noch wichtig ist und Du weiterhin auf dem Laufenden bleiben möchtest. Du hast die Möglichkeit die Entwicklungen, was sich bei Deinem Arbeitgeber verändert mit zu verfolgen und schaffst damit gute Voraussetzungen für Deine Rückkehr nach der Elternzeit.

 

Arbeitszeit und Aufgaben

Damit der Wiedereinstieg gut gelingen kann, überlege Dir rechtzeitig mit wieviel Stunden und welchen Aufgaben Du wieder an Deinen Arbeitsplatz zurückkehren möchtest und besprich Dich auch hier mit Deinem Arbeitgeber, beziehe ihn mit ein in Deine Planungen.

Viele Mütter sprechen mit ihrem Arbeitgeber erst kurz vor der Rückkehr in den Job welches Arbeitszeitmodell für sie am besten ist und sind dann ganz überrascht und enttäuscht, wenn der Arbeitgeber hier nicht auf die Wünsche eingehen kann. Versetze Dich aber bitte auch in die Lage Deines Arbeitgebers. Möglicherweise hast Du vor Deiner Elternzeit in Vollzeit gearbeitet und hast verantwortungsvolle Aufgaben gehabt. Dein Vorgesetzter hat während Deiner Elternzeit eine Vertretung für Dich eingestellt und die Projekte und Aufgaben konnten dadurch weiterlaufen. Jetzt beantragst Du eventuell  3 Monate bevor Deine Elternzeit ausläuft eine Teilzeittätigkeit von vielleicht 20h/ Woche. Dein Arbeitgeber hat nun die Aufgabe für Dich eine Teilzeitstelle zu schaffen, mit den Aufgaben, die Du vorher auch gemacht hast. Überlege Dir hier, wie Du Deinen Arbeitgeber dabei unterstützen kannst und ihm auch Flexibilität mitbringen kannst.

Das könnte zum Beispiel so aussehen, dass Du Dir bereits vor Deinem Ausstieg in die Elternzeit Gedanken machst und schon hier mit Deinem Arbeitgeber sprichst  wie Deine Arbeitszeit aussehen kann. Auch welche Aufgaben Du in dieser Arbeitszeit übernehmen kannst. Diese ersten Gespräche über Deine Arbeitszeit und Deine Aufgaben sind die Basis für die darauffolgenden Gespräche und Verhandlungen, wenn Dein Wiedereinstieg ansteht. Dieses schafft Vertrauen und Planungssicherheit für Dich und Deinen Vorgesetzten.

Versuche selbst in die Verantwortung zu gehen und dazu beizutragen, dass Dein Wiedereinstieg nach der Elternzeit gut verläuft. Die meisten Arbeitgeber wissen das zu schätzen, wenn Mütter mit konkreten Vorstellen und möglichen Lösungsvorschlägen das Gespräch suchen.

 

Berufliche Weiterbildung/ -entwicklung

Du solltest Gelegenheiten nutzen, die Dir eventuell Dein Arbeitgeber anbietet um Dein berufliches Fachwissen zu erhalten oder um dieses Fachwissen auch weiterauzubauen. Das können zum Beispiel Seminare und Trainings sein, die für  Deine Kompetenzen und Deinen Job wichtig sind. Auch hier bist Du wieder in Kontakt mit Deinem Arbeitgeber und Du signalisierst ihm, die Wichtigkeit für Dich und Deinen Wiedereinstieg.

Es kann aber auch privat die Chance genutzt werden um komplett was Neues zu lernen, was man vorher schon immer mal machen wollte und einen beruflich interessiert hat und so sein Wissen zusätzlich erweitert. Angenommen Du hast vorher im Marketing gearbeitet, wo Du für Marketingartikel zuständig warst und nebenbei interessierte Dich  aber sehr das Thema Social Media. Dann kannst Du auch hier die Elternzeit dazu nutzen um Dein Wissen in dem Bereich zu erweitern und dadurch vielleicht zusätzliche neue Kompetenzen mitbringen  für Deinen Wiedereinstieg. Der Vorteil  ist, dass Du hier neuen Tätigkeiten für Deine berufliche Zukunft nachgehen könntest, was Dir auch noch mehr Spaß bringt und die Basis für einen möglichen beruflichen Neustart ist.

 

Persönliche Weiterbildung/ -entwicklung

Die Elternzeit ist eine wichtige Zeit für Dich und Dein Kind. Gleichzeitig bedeutet diese Zeit aber auch eine Auszeit vom Job.

Im Job hast Du meistens feste Strukturen, Du bekommst Feedback entweder von Kollegen oder Deinem Vorgesetzten. Du hast anspruchsvolle Aufgaben, die Dich geistig fordern. Du hast Erfolgserlebnisse, wenn Dir etwas besonders gut gelungen ist oder Du ein Projekt erfolgreich abgeschlossen hast.

 

Feste Strukturen

Persönliches Feedback

Anspruchsvolle Aufgaben

Erfolgserlebnisse

 

All diese Dinge tragen zu Deiner persönlichen Entwicklung und Deinem Selbstbewusstsein bei. Während Deiner Elternzeit verändert sich das und es kann passieren, dass Du unsicherer wirst und Dir weniger zutraust in Bezug auf Deinen Job und Deinen Wiedereinstieg. Dieses sind aber grundlegende Eigenschaften, die für Deine weitere Entwicklung im Beruf sehr wichtig sind.

Nutze die Elternzeit um Dir Deinen Stärken weiterhin bewusst zu sein und wie Du diese Stärken nutzen kannst, um beruflich am Ball zu bleiben und die Belastung zukünftig meistern wirst mit Job und Familie. Die beste Möglichkeit bietet Dir dazu ein persönliches Coaching, wo Du für Dich herausfindest was Deine Talente sind. Welche Ziele und Wünsche hast Du? Deckt sich das mit Deinen einstigen Zielen, die Du vielleicht vor Deiner Rolle als Mutter hattest? Was hat sich verändert? Diese persönliche Standortbestimmung hilft Dir sich mit Dir intensiv auseinander zu setzen und Du bekommst dadurch mehr Klarheit und Sicherheit für Deine berufliche Rückkehr.

 

Dauer der Elternzeit

Wie lange Du in Elternzeit bleiben möchtest, entscheidest Du ganz für dich alleine. Hier gibt es keine 100% richtige Lösung.

Jede Mutter sollte aber zu ihrer Entscheidung stehen und sich  hier kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Egal ob Du jetzt nach vier Monaten oder erst nach drei Jahren Deinen Wiedereinstieg planst. Genauso wenig sollten wir Mütter andere Mütter für ihre Entscheidungen verurteilen.

Allerdings solltest Du Dir bewusst sein, je länger du aus dem Job raus bist umso schwieriger wird Dein Wiedereinstieg sein.

Arbeitgeber finden es grundsätzlich gut, wenn Du als Mitarbeiterin wieder früh an Deinen Arbeitsplatz zurückkehrst. Aber viel wichtiger ist es, dass Du von Anfang an mit klaren Vorstellungen über Deinen Wiedereinstieg mit dem Arbeitgeber sprichst und alle Möglichkeiten nutzt um den Kontakt zu halten. Dann kann der Wiedereinstieg auch nach einer längeren Elternzeit gut funktionieren. Um zukünftig im Job wieder ernst genommen zu werden, solltest auch Du als Mutter Dich ernsthaft mit Dir auseinandersetzen und Dir überlegen wie Du nach der Elternzeit wieder gut in den Job einsteigen willst.

 

Mit diesen Tipps möchte ich Euch dazu ermutigen, auch selbst in die Verantwortung zu gehen und Eigeninitiative zu zeigen, damit ein guter Wiedereinstieg nach der Elternzeit gelingen kann.

 

Und wer mich persönlich kennenlernen will  und seine Fragen gerne loswerden möchte zum Gelungen Wiedereinstieg – dem kann ich meinen Impulsvortrag am 13.05.2016 bei elterngarten in München am Kapuzinerplatz  ans Herz legen. Ich freue mich, wenn Ihr dabei seid.

„Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“- Berufliche Neuorientierung als Schritt in die Selbständigkeit

Heute erzählt uns Vera in der Serie  „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ wie sie die Zeit genutzt hat, sich während der Elternzeit beruflich neu zu orientieren und neben ihrem anspruchsvollen Job ihre Selbständigkeit aufzubauen. Was zu Anfang ein großer Spagat für sie war, zahlt sich heute für sie umso mehr aus.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Ich war vor meiner Elternzeit im öffentlichen Dienst tätig und zwar genauer gesagt im Schuldienst und dort als pädagogische Angestellte. Von Berufswegen her bin ich Dipl. Politologin, habe aber immer im Bildungsbereich mit sozial auffälligen Jugendlichen gearbeitet – also mehr so klassisch Sozialpädagogik. Wie in der Branche üblich hatte ich einen befristeten Vertrag, der zum Ende der Schwangerschaft hin ausgelaufen ist.

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Meine Elternzeit hat 15 Monate gedauert, bedingt durch die Tatsache, dass mein Sohn im Mai geboren ist und die Krippenplätze hier generell zum August vergeben werden.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Wir sind während der Elternzeit von Bremen nach Lübeck in Schleswig Holstein gezogen, weshalb ich mich leider erst einmal arbeitssuchend melden musste und quasi bei Null anfangen durfte, was den beruflichen Wiedereinstieg anbelangt hat. Das hängt hier mit den formalen Bestimmungen für den öffentlichen Dienst zusammen und in Bremen sind eben diese entspannter. Ich habe mich daher bereits während der Schwangerschaft mit möglichen Arbeitgebern beschäftigt und mich dann bei ein paar von denen beworben. Letzten Endes bekam ich eine Zusage von einem Bildungsträger und habe ein Projekt bekommen, in welchem ich mich erneut um Jugendliche gekümmert habe, im Sinne der beruflichen Wiedereingliederung. Ich habe in dieser Zeit 23h/ Woche gearbeitet. In diesem Projekt gab es zwei männliche Kollegen, die exakt den gleichen Aufgabenbereich hatten, exakt die gleiche Gruppenstärke und das Ganze in Vollzeittätigkeit. Sie hatten viel Pause und ich wenig Zeit… insgesamt eher unbefriedigend…

Zeitgleich habe ich selbstständig gearbeitet und zwar habe ich während der Elternzeit begonnen, gemeinsam mit einer Freundin Märkte im Bereich Secondhand/Handmade /Regionales zu veranstalten. Dies hatte den einfachen Grund, dass mir Nachhaltigkeit wichtig ist und ich überzeugter Vintage – sowie 2ndHand Fan bin und in Lübeck erfolglos danach gesucht habe. Diese Märkte veranstalten wir 4x im Jahr, vormittags Zwergenkram  für Kinder und abends Deernskram für Frauen. In beiden Fällen sind wir sehr zufrieden und die Kurve geht steil nach oben.

Beide Jobs gemeinsam waren stundentechnisch doch recht anspruchsvoll, da ich von 8-13Uhr im Bildungsbereich gearbeitet, um 13.30Uhr meinen Sohn aus der Krippe geholt und ab 20Uhr den PC hochgefahren habe, um die Märkte erfolgreich vorzubereiten. Entgegen der landläufigen Meinung ist es doch ein wenig anspruchsvoller als vermutet J ….

Des Weiteren war ich aufgrund privater Umstände gezwungen ständig nach Bremen zu fahren und mich um meine Eltern zu kümmern. Teilweise 2x die Woche. Diese Tatsache kam bei meinem Arbeitgeber nicht besonders gut an und ich war zunehmend erschöpfter. Im Frühsommer 2015 habe ich dann entschieden, dass ich nicht mehr beides machen kann und habe daher den Job bei meinem Arbeitgeber gekündigt.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

2014 bin ich mit der Selbständigkeit gestartet, vorerst neben dem Job und seit Mai 2015 komplett und sehr zufrieden damit. Gemeinsam mit meiner Freundin und Geschäftspartnerin Lisa veranstalte, plane und führe ich eben die Märkte durch, von denen ich im vorherigen Punkt gesprochen habe. Dieses Jahr expandieren wir nach Kiel und vergrößern uns verstärkt in Lübeck. Es ist alles sehr aufregend und spannend. Ich bin maßgeblich für Marketing und Organisation zuständig. Planen und organisieren, das habe ich ebenfalls vorher getan, Marketing ist ein gänzlich neuer Bereich und überhaupt kenne ich die Veranstaltungsbranche eigentlich eher von Besucherseite aber wir haben viel gelernt und entwickeln uns stetig weiter. Des Weiteren schreibe ich einen kleinen Blog – www.wannarbeitestdueigentlichwieder.wordpress.com. Ich habe ihn angefangen, weil ich nach meinem Ausstieg aus dem Angestelltendasein ständig gefragt worden bin wann ich denn eigentlich wieder arbeiten wollen würde. Mittlerweile veröffentliche ich wöchentlich 2x Artikel zum Thema „Kind &Beruf“ und es kommen immer mehr Leserinnen hinzu.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite inzwischen, ich mags kaum sagen: 3 Stunden und na ja, an Veranstaltungstagen 18h am Tag. Es ist so, dieses Jahr haben wir 6 Veranstaltungen, d.h., die Woche davor und die beiden Wochen danach ca. 25h. Im Schnitt arbeite ich pro Woche ca. 12-18h, mehr ist es nicht. Das Schöne ist, ich hetze nicht mehr zur Krippe sondern habe Zuhause alles fertig, eingekauft und komme entspannt dort an. Nachmittage gehören ausschließlich meinem Sohn, außer er ist mit Papa unterwegs, dann nutze ich die Zeit – eben noch schnell Emails beantworten, Werbekampagne planen, Blogeinträge schreiben. Aber egal ob das Kind krank ist oder etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt, ich kann mich darum kümmern und bin überhaupt nicht gestresst – ein wunderbares Gefühl.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Spielend und mit Unterstützung meiner Familie. Mein Mann, meine Schwiegermutter, meine Schwägerin – sie alle springen ein, wenn es notwendig ist. An Veranstaltungswochenenden geht mein Sohn zu Oma & Opa und mein Mann hilft vor Ort mit.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Ganz wichtig, selber den Zeitpunkt bestimmen und sich nicht vom Umfeld beeinflussen lassen. Und folge Deinen Träumen… Nutze die Elternzeit, um Dich ggf. neu zu orientieren – aus meiner Sicht kann ich nur sagen, es macht glücklich!

Liebe Vera,vielen Dank für Deine Offenheit und Deine Erfahrungen und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Selbständigkeit als Mompreneur 😉

„Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ – Gleiche Verantwortung in Teilzeit

In der Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ erzählt uns Nadja, wie sie nach 2 Elternzeiten wieder in ihren Job zurück ist. Mit 20 Stunden in der Woche hat sich bei ihren Aufgaben und ihrer Position  nichts verändert.

Neben ihrem Job als Marketingsreferentin schreibt sie auf ihrem Blog „Mama im Spagat“. Hier gibt sie anderen Müttern Tipps, wie sie den Spagat zwischen Job und Familie schaffen können.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Ich war und bin immer noch 😉 Marketingreferentin in einem Unternehmen in der Gesundheitsbranche. An meiner Position und an meinen Aufgaben hat sich während meiner Elternzeit zum Glück nichts geändert. Bin also ein absolutes Positivbeispiel!

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Beim ersten Kind war ich exakt ein Jahr in Elternzeit, beim Zweiten ein Jahr und vier Monate.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

Aus meiner ersten Elternzeit bin ich mitten im „heißen“ Messeherbst zurückgekehrt. Dies war für mich kein perfekter Einstiegszeitpunkt, da unheimlich viel zu tun war und ich mich erstmal an das Arbeiten in Teilzeit gewöhnen musste. Mir war nicht bewusst, wie „wenig“ man in 20 Stunden schafft, wenn man 40 Stunden und mehr gewohnt war . Des Weiteren hatte ich auch nicht so richtig auf der Rechnung (trotz Warnungen von Freundinnen), dass die Kleinen in Herbst und Winter sehr oft krank sind. Ohne Großeltern vor Ort ein echtes Problem!

 

Beim zweiten Kind habe ich den Zeitpunkt des Wiedereinstiegs viel besser gewählt. Ich habe im Januar diesen Jahres wieder angefangen. Das war sehr viel entspannter als nach meiner ersten Elternzeit. Ich startete zusammen mit den Kollegen ins neue Jahr und konnte viel besser mitplanen und mich eingewöhnen. Außerdem ist der halbe Winter schon vorbei und die Kinder sind (wenn man Glück) hat, nur noch bis Ende März/Anfang April verstärkt den Krankheitserregern ausgesetzt. Unsere Kinder waren in diesem Jahr tatsächlich nicht allzu oft krank, im Herbst der Kleine nach der Eingewöhnung in die Kita schon…!

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Ja, ich bin noch beim gleichen Arbeitgeber und meine Aufgaben haben sich im Vergleich zu vor der Elternzeit kaum verändert. Ich trage die gleiche Verantwortung, übernehme nur ein paar Projekte weniger, als das in Vollzeit der Fall war.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Ich arbeite 20 Stunden in der Woche. Solange keines der Kinder krank ist, ist mein Job ganz gut mit der Familie zu vereinbaren. Aber natürlich gibt es auch Zeiten, in denen es ziemlich anstrengend ist, direkt von der Arbeit (die auch mal sehr stressig ist) zu den Kindern in die Kita zu hetzen. Das Abschalten fällt mir da nicht immer leicht, v.a. wenn ich auf der Arbeit eine Aufgabe mittendrin einfach stehen und liegen lassen muss, um pünktlich bei den Kindern zu sein. Dann fühle ich mich oft nicht gut und muss mich zwingen, das Thema im Kopf erstmal abzulegen und frühestens am nächten morgen unter der Dusche daran wieder weiterzudenken.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Mit viel Disziplin, relativ wenig Schlaf und einer gewissen Gelassenheit. Außerdem beschäftige ich mich seit geraumer Zeit mit dem Thema Stressmanagement/Stressbewältigung. Einige Techniken, wie beispielsweise das Autogene Training habe ich in meinen Alltag integriert.

 

Und natürlich hilft mir auch mein Blog Mama im Spagat www.mamaimspagat.de dabei, den Spagat zwischen Familie und Beruf entspannter und glücklicher zu meistern. Meine Leserinnen finden auf meinen Seiten viele Tipps, wie sie den Familienalltag smarter gestalten. Mit dem Aufschreiben dieser Tipps, erinnere ich mich selbst oft daran, diese Tipps auch zu befolgen. Denn auch bei mir gehen im Alltagsstress die guten Vorsätze schnell mal unter ;-).

 

Meine besten Tipps für einen entspannten Spagat zwischen Familie und Beruf findet ihr übrigens hier www.mamaimspagat.de/entspannten-spagat-zwischen-familie-und-beruf

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

 

Sich im Vorfeld gut überlegen, wann und mit wie vielen Stunden man in den Job zurückkehren will. Wie viel Beruf einen glücklich macht, ist sehr individuell und sollte zu den Bedürfnissen der gesamten Familie passen. Außerdem halte ich es für sinnvoll, die Betreuungszeiten der Kinder eher großzügig zu wählen. So hat man beim Abholen der Kinder einen kleinen Puffer und gerät nicht so schnell unter Zeitdruck.

 

Liebe Nadja, vielen Dank für das schöne Interview und weiterhin viel Gelassenheit im Spagat zwischen Job und Familie.

 

„Mein Wiedereinstieg aus der Elternzeit“ – Mit drei Kindern zurück in die 50h Woche

In der Serie „Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ erzählt uns Cindy, wie sie nach 10 Monaten Elternzeit mit ihrem dritten Kind wieder in ihren Job zurück ist. Mit dem Angebot als Tagesmutter in Vollzeit eine Einrichtung für Kinder zu übernehmen.

 

Was war deine Position und Aufgabe vor Deiner Elternzeit?

Meine ersten beiden Elternzeiten sind schon etwas länger her, daher möchte ich gerne die letzte Elternzeit und den Wiedereinstieg meines dritten Kindes schildern. Schon vor der Geburt meines dritten Kindes habe ich eine Ausbildung als Tagespflegeperson für Kinder absolviert und damit den Weg in die Selbständigkeit gewagt. Ich habe als qualifizierte Tagesmutter gearbeitet und Kinder betreut, deren Eltern keinen Kinderkrippenplatz in Anspruch nehmen wollen.

 

Wie lange hat Deine Elternzeit gedauert?

Ich plante ursprünglich den Wiedereinstieg nach einem Jahr, evtl. 15 Monaten Elternzeit als Schwangerschaftsvertretung für Tagesmuttis. Mir reichte allerdings ein Elternzeitanspruch von 10 Monaten, da ich zu diesem Zeitpunkt eine komplette Einrichtung mit lieber Kollegin übernehmen durfte.

 

Wie ist Dein Wiedereinstieg aus der Elternzeit verlaufen?

In meiner  Elternzeit war ich natürlich sehr entspannt. Da ich mit dem Jugendamt zusammen arbeite und wir auch während meiner Elternzeit im Kontakt standen, gab es für mich auch nicht wirklich Druck. Ich wollte ganz in Ruhe wieder einsteigen, z.B. als Schwangerschaftsvertretung für eine Tagesmutti. Doch dann bekam ich einen Anruf vom Jugendamt, ob ich bereits früher zur Verfügung stehen würde, da eine Tagesmutti aus persönlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann und eine Nachfolgerin und Kollegin für ihre Partnerin sucht.

Ich habe mich gefreut, wusste aber auch dass es anfangs sehr stressig wird. Ich musste in kurzer Zeit ein neues Konzept erstellen, um meine Pflegeerlaubnis zu bekommen und brauchte Zeit, um meine neue Kollegin kennenzulernen, sowie die Kinder und deren Eltern, die ich mit übernehmen wollte. Gleichzeitig hatten wir die Eingewöhnung mit unserer kleinen Tochter in der Krippe. Die plötzliche 50hWoche hat mich anfangs auch sehr geschlaucht. Das alles hat sich nach wenigen Wochen aber gelegt und ich habe mich sehr schnell wieder eingefunden.

 

Bist Du noch bei Deinem gleichen Arbeitgeber? Was sind Deine Aufgaben heute?

Während meiner Elternzeit hat sich nicht viel geändert. Neu war die Zusammenarbeit des Jugendamtes mit einer Vertretungsfirma, die im Krankheitsfall bei Verfügbarkeit eine (natürlich auch qualifizierte) Vertretung schicken kann. Wenn es mich also auch mal erwischt oder ich wegen eines meiner Kinder zu Hause bleiben muss, ist jemand vor Ort, der mich vertritt. Sollte keine Vertretung verfügbar sein, weil alle im Einsatz sind, unterstützt mich mein Mann und bleibt mit unserem kranken Kind/ unseren kranken Kindern zu Hause.

 

Wieviel Stunden arbeitest Du heute und kannst Du Deinen Job mit Deiner Familie gut vereinbaren?

Meine Arbeitszeiten richten sich nach den Betreuungszeiten meiner Kinder. Meine Einrichtung  ist täglich 10 Stunden geöffnet.

Ich spreche mich mit den Eltern ab und bin da, wenn das erste Kind zu mir in die Einrichtung kommt. Wird das letzte Kind nachmittags abgeholt, endet mein Arbeitstag. Somit variiert meine Arbeitszeit zwischen 8 und 10  Stunden. Unsere großen Kinder gehen und kommen selbständig zur Schule und nach Hause. Am Nachmittag holt mein Mann unsere kleine Tochter von der Krippe ab und ist dann zu Hause und kümmert sich um Schularbeit und co.

 

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Job und Familie?

Mit der Unterstützung meines Mannes, der glücklicherweise flexible Arbeitszeiten hat, schaffen wir den Spagat zwischen Job und Familie recht gut. Wir planen sonntags die Organisation für die nächste Woche, stimmen unsere Termine ab und können deshalb unser Familienleben genießen.

Schwierig wird es manchmal, wenn eines unserer Kinder plötzlich nachts krank wird. Dann überlegen wir hin und her, wie wir es am Morgen machen… Wer fährt zum Arzt? Wenn es bei meinem Mann dienstlich nicht zu machen ist, muss ich mich früh gleich kümmern, eine Vertretung zu bekommen. Ich muss mich bei den Eltern melden, nebenbei aber noch mein krankes, fieberndes Kind trösten und pflegen. Das sind Situationen, in denen man an seine Grenzen stoßen kann und wir auch ins Rudern kommen…

Das ist dann auch der Nachteil gegenüber einem Arbeitgeber, bei dem man sich einfach krank melden kann, ohne sich um Vertretungen kümmern zu müssen, etc.

 

Was kannst Du anderen Müttern als Tipp mitgeben, wenn sie den Ein- oder Wiedereinstieg in den Job antreten?

Ich möchte anderen Müttern mit auf den Weg geben, ihre Partner mit einzubeziehen. Denn wenn beide Elternteile gut zusammen arbeiten und organisiert sind, klappt alles viel leichter.

Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit im Haushalt und in der Kinderbetreuung ist natürlich, dass beide Elternteile in der Woche täglich zu Hause sind!

Arbeitsteilung bedeutet für mich, dass beide Partner abwechselnd die Kinder wegbringen und abholen…

Mein Mann fährt z.B. mit unseren Kinder zu den Impfungen, weil er weiß, dass ich dabei nicht gern zusehe.

Habe ich doch mal früher Schluss, rufe ich ihn an, dass ich unsere Jüngste aus der Krippe hole und er kann länger arbeiten oder noch spontan zum Sport gehen. So versuchen wir uns gegenseitig soviel Spielraum wie möglich zu schaffen.

Damit mein Mann und ich auch mal gemeinsamen Aktivitäten nachgehen können, springen schon mal gern die Großeltern ein. Mir ist bewusst, dass es viele Mütter gibt, deren Männer nur am Wochenende zu Hause sind oder deren Eltern zu weit weg wohnen, um spontan die Kinder zu betreuen. Dann solltet Ihr Euch nicht scheuen, auch gute Freunde einzubeziehen, die Euch unterstützten können.

 

Liebe Cindy, ich finde es beeindruckend wie Du es mit drei Kindern und guter Organisation schaffst in Vollzeit zu arbeiten. Es zeigt uns,wie wichtig es ist einen Partner an seiner Seite zu haben, der einen unterstützt. Du bist eine echte Mamiheldin.Vielen Dank für Deine persönliche Geschichte.