Mehr Flexibilität mit ElterngeldPlus

Viele Mütter (und Väter) wünschen sich in ihrem Berufsleben mehr Flexibilität, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Werden Gedanken an die Karriere kurz vor der Geburt noch ausgeblendet, sehnen sich manche Mütter nach einigen Monaten in Krabbelgruppen an ihren Arbeitsplatz zurück und haben Befürchtungen, den Anschluss zu verpassen. Auf der anderen Seite möchten sie durch den Staat nicht benachteiligt werden und auch ihren Kindern weiterhin genügend Aufmerksamkeit widmen. Das ElterngeldPlus verspricht dabei Erleichterungerungen. Mamihelden gibt einen Überblick über die wichtigsten Eckpunkte:

 

Für wen gilt das ElterngeldPlus?

Für Eltern, deren Kinder nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden. Der Anspruch besteht für Angestellte, Beamte, Selbständige, Erwerbslose sowie Studenten und Auszubildende, die ihre Kinder in Deutschland im eigenen Haushalt selbst betreuen und weniger als 30 Stunden in der Woche arbeiten.

 

Wie sieht die Umsetzung genau aus?

Eltern, die in Teilzeit währen des Bezugs von Elterngeld arbeiten, bekommen nun doppelt so lange das ElterngeldPlus. Mit dem ElterngeldPlus kann daher der Bezugszeitraum für das Elterngeld auf 28 Monate verlängert werden. Aus einem bisherigen Elterngeldmonat werden dann zwei ElterngeldPlus-Monate. Die monatliche Bezugshöhe halbiert sich somit.

 

Wie können mein Partner und ich das ElterngeldPlus kombinieren?

Es gibt sogenannte Partnerschaftsbonusmonate. Dafür müssen beide Eltern gleichzeitig mindestens vier Monate lang zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten und eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen. Somit können zusätzlich vier Monate ElterngeldPlus erlangt werden.

 

Und wie funktioniert es, wenn ich alleinerziehend bin?

Auch Alleinerziehende können diese vier zusätzlichen Bonusmonate beantragen, sofern sie an vier aufeinander folgenden Monaten pro Woche zwischen 25 und 30 Stunden arbeiten.

 

Gibt es auch Anpassungen hinsichtlich der zeitlichen Flexibilität?

Ja, diese gibt es. Weiterhin kann jeder Elternteil 36 Monate Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes in Anspruch nehmen. Die Sieben-Wochen-Frist bleibt zur Inanspruchnahme der Elternzeit vor dem dritten Geburtstag des Kindes bestehen. Es können dann aber nun 24 Monate statt bisher 12 Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes weiterhin in Anspruch genommen werden. Die Anmeldefrist für die Elternzeit in diesem Zeitraum wird auf 13 Wochen erhöht. Außerdem kann die Elternzeit in drei statt bisher in zwei Zeitabschnitte pro Elternteil eingeteilt werden.

 

Wie verhandele ich dies mit meinem Arbeitgeber?

Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht (mehr) erforderlich. Der Arbeitgeber ist allerdings berechtigt, den dritten Abschnitt aus dringenden betrieblichen Gründen abzulehnen, falls dieser zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes liegt. Zu beachten ist auch, dass bei einem Arbeitgeberwechsel der neue Arbeitgeber die Elternzeit für den dritten Block genehmigen muss.

 

Was geschieht, wenn während der Elternzeit sich erneut Nachwuchs ankündigt?

Der Anspruch auf Elternzeit besteht weiterhin für jedes Kind, auch wenn während der Elternzeit ein weiteres Kind auf die Welt kommt.

 

Was ist ansonsten noch wichtig zu wissen?

Das Elterngeld bleibt weiterhin steuerfrei. Es wird bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens berücksichtigt und unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Elterngeld stellt kein Erwerbseinkommen dar, Beiträge für Sozialversicherungen fallen nicht an. Ausnahmen gelten für privat Versicherte und freiwillig gesetzlich Versicherte.

 

Sobald die Elternzeiterklärung beim Arbeitgeber eingegangen ist, besteht Kündigungsschutz bis zum Ende der Elternzeit. In besonderen Ausnahmefällen kann die zuständige Behörde auf Antrag des Arbeitgebers die Kündigung für zulässig erklären. Die Laufzeit eines befristeten Vertrages ändert sich nicht durch die Inanspruchnahme der Elternzeit.

 

Zusammenfassung

 

ElterngeldPlus für Eltern, deren Kind(er) nach dem 01.07.2015 geboren wurden und werden

Bezugszeitraum bis zu 28 Monate

Partnerschaftsbonusmonate: Gemeinsam weitere vier Monate ElterngeldPlus

Elternzeit in drei Abschnitte einteilbar

24 Monate Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes möglich

 

 

Weitere Fragen als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer? Mamihelden ist Dein Partner für Elternzeit & Wiedereinstieg.

Ich merkte, dass ich aus dieser Zwangsspirale raus muss
20. Februar 2017
„Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ – Gleiche Verantwortung in Teilzeit
4. April 2016
Liebe Mütter, nutzt die Elternzeit AUCH für euch!
13. April 2017
1 Comment
  • Reply
    Alexandra
    16. November 2017 at 10:53

    Das Elterngeld Plus bietet in jedem Fall Familien mehr Flexibilität, das ganz sicher auch gerne in Anspruch genommen wird. Hätte es dies zu meiner Zeit gegeben, hätte ich da auch gerne drauf zurückgegriffen.

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