Es ist Zeit für ein neues Rollenbild von Müttern

Diese Woche ging mein erstes YouTube Video online. Ein großer Schritt für mich, aber er war so wichtig. Den Mut zu haben, über seinen eigenen Schatten zu springen und Dinge anzugehen. Im Video habe ich angesprochen, warum MAMIHELDEN ein so großes Herzensprojekt von mir ist – und was ich mir so sehr wünsche. Für uns Mütter, für unsere Kinder, für unsere Männer und auch für die Unternehmen. Ein neues Rollenbild von Müttern.

Unsere Gesellschaft hält noch zu sehr am klassischen Rollenbild fest

Das Rollenbild von Müttern, was leider in vielen Köpfen noch herrscht, ist ein veraltetes Bild aus den 50er Jahren. Hier wurde damals genau definiert, welche Rolle die Mütter einnehmen sollen. Sie war in erster Linie Hausfrau und verantwortlich für die Erziehung und den Haushalt. Dem Mann den Rücken freihalten und – wenn sie den Wunsch hatte, zu arbeiten, musste sie nach der Genehmigung bei ihrem Partner fragen. So schlimm ist es zum Glück heutzutage nicht mehr, aber trotzdem halten wir in meinen Augen noch zu sehr an dem klassischen Rollenbild aus der vergangenen Zeit fest. Für manche Arbeitgeber sind wir nach der Geburt unserer Kinder „nur“ noch Mutter und haben anscheinend all unsere Kompetenzen und Qualifikationen verloren. Teilweise wird sogar mancher Mutter von Vorgesetzten und Kollegen ein schlechtes Gewissen gemacht, warum sie denn überhaupt schon wieder arbeiten will oder sogar verantwortungsvolle Aufgaben ausführen möchte. Schließlich ist sie doch jetzt Mutter. Geht’s noch? Frage ich mich.

Es wird oft gesagt, dass wir Mütter zu unflexibel sind, was die Arbeitszeiten angehen und fallen häufig aus, weil die Kinder oft krank sind. Wo bitte sind die Statistiken dazu im Vergleich zu „normalen“ Mitarbeitern, die keine Kinder haben? Und warum ist das Ganze, wenn Mitarbeiter einen Sabbatical nehmen, dann plötzlich kein Problem mehr? Hier zeigen sich viele Arbeitgeber bereits sehr offen und flexibel.

 

Sind überwiegend negative Schlagzeilen über uns Mütter wirklich zielführend?

Aber nicht nur die Unternehmen haben diese Denkweise, auch Mütter machen es sich und sogar auch anderen Müttern schwer. Gestern habe ich auf xing auf Klartext einen Beitrag mit dem Titel „Mütter werden nach der Elternzeit oft aus dem Job gemobbt gelesen. Ja, leider ist es die Realität und wir können diese Thematik nicht schönreden. Wenn ich meinen Stream in den sozialen Netzwerken durchgehe, vergeht keine Woche ohne solche negativen Meldungen. Aber ich frage mich: Sind überwiegend solche Schlagzeilen zielführend? Immer den Blick auf das Schlechte?

 

Auch die Arbeitgeber verdienen einen fairen Umgang

„Alle Mütter verdienen eine Chance auf einen fairen Wiedereinstieg!“ Da bin ich absolut dafür – und berate Unternehmen dazu, wie das gelingen kann. Aber ebenso verdienen auch die Arbeitgeber einen fairen Umgang. Denn auch ich erlebe oft, dass Mütter in alten Rollenbildern festhängen. Ihren Arbeitgeber alleine dafür verantwortlich machen, dass nach ihrer Elternzeit wieder alles genauso wie zuvor funktionieren soll. Und somit wenig eigene Ideen und Lösungsvorschläge mitbringen, wie Elternzeitvertretung, Wiedereinstieg und realistische Arbeitszeitmodelle geregelt werden können. Teilweise legen einige Mütter es sogar noch darauf an, dass sie nach der Elternzeit gekündigt werden, um sich noch Abfindungen auszuhandeln.

 

Mütter sind keine Problemfälle

Ich frage mich. Wenn wir Mütter uns bessere Rahmenbedingungen wünschen, müssen wir nicht auch endlich mal anfangen, selbstverantwortlich Dinge in die Hand zu nehmen – um dadurch neue Vorbildrollen für andere Mütter und Arbeitgeber zu schaffen? Wir müssen aufhören zu jammern, wie schlecht alles läuft mit dem Wiedereinstieg. Wir sollten anfangen, anderen Müttern zu zeigen, wie es funktionieren kann und dadurch Arbeitgeber ermutigen, dass Mütter keine Problemfälle sind, sondern vielmehr wertvolle Mitarbeiter, die eine eigenverantwortliche, lösungsorientierte und unternehmerische Denkweise haben. Und das beziehe ich thematisch nicht nur auf die Elternzeit und den Wiedereinstieg.

Wir wünschen uns alle ein neues Rollenbild von Müttern in unserer Gesellschaft. Dann lasst uns endlich damit beginnen, dieses neue Rollenbild in unserer Gesellschaft SICHTBAR zu machen. Deswegen finde ich, dass wir die positiven Erfahrungswerte und Stories brauchen, um zu sehen, wo und wie gut es funktionieren kann. Nicht immer nur die Problemfälle.

 

Her mit den positiven Erfolgsgeschichten!

Es kann sich nur was verändern, wenn wir aufhören, den negativen Schlagzeilen so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Deswegen mein Appell: Lasst uns den Fokus auf die positiven Beispiele richten! Denn es ist nicht immer alles schlecht. Und viele Mütter und Arbeitgeber haben bereits Erfolgsbeispiele, wie der Wiedereinstieg aber auch die weitere berufliche und auch persönliche Entwicklung von Müttern funktionieren. In unserer MAMIHELDEN Community und auch in unserer MAMIHELDEN Facebook Gruppe konnten wir bereits von einigen Müttern lesen, wie es funktionieren kann und sie glücklich mit ihrer Situation sind. Sowas macht Mut und bringt uns langfristig auch weiter. Deswegen würde ich mir wünschen, dass wir diese Erfahrungen weitergeben und uns damit gegenseitig unterstützen. Nur dann kann sich auch was in den Köpfen von veralteten Rollenbildern ändern.

Ohne uns Mütter wird es weder Ingenieure noch Naturwissenschaftler noch Kunden geben, all die Menschen, die die funktionierende Wirtschaft braucht, würde es nicht mehr geben. Wir haben jetzt schon ein gewaltiges demographisches Problem und sollten deswegen jede Mutter auf Händen tragen. Dabei kann jeder bei sich selbst anfangen.

Wir selbst sind die Verantwortung! Wann wollen wir endlich damit beginnen?

 

Mein Name ist Sabrina Klix und ich habe im April 2016 MAMIHELDEN gegründet, weil ich mich dafür einsetzen möchte dass Arbeitgeber und Mütter den Wert der Kompetenzen und Fähigkeiten erkennen, die Frauen mitbringen.

Mütter sind leider ein noch viel zu selten genutztes Potenzial für unsere Gesellschaft und das muss geändert werden.

Ich will nicht darauf warten, dass sich die Dinge irgendwann vielleicht von alleine ändern und andere dafür verantwortlich machen. Jeder kann bei sich selbst damit beginnen, dass sich die Dinge positiv verändern und dazu möchte ich Mütter als auch Unternehmen motivieren.

 

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1 Comment
  • Reply
    Tina
    1. Mai 2017 at 19:45

    Ich finde toll, dass Du dich getraut hast dein erstes Video online zu stellen und Du solltest noch mehr Videos machen.

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