Bloggen in der Elternzeit – Ein Weg, um seinen Gedanken Platz zu machen

In meinen Gesprächen mit anderen Müttern, die aktuell in Elternzeit sind, höre ich immer öfter, dass der Wunsch da ist, auch einen eigenen Blog zu schreiben. Viele von ihnen lesen selbst Familienblogs zu den Themen Schwangerschaft, Erziehung, Kinder oder Rezepten und überlegen sich auch diesen Schritt zu gehen.

Doch wie beginnt man tatsächlich mit einem Blog und wie haben andere Mütter mit dem Bloggen angefangen? Was war ihre Motivation und ist es für sie eine Alternative zum Job, den sie vorher gehabt haben?

Ich möchte Euch gerne die nächsten Wochen ein paar Bloggerinnen vorstellen, die erfolgreich diesen Schritt gegangen sind und sie freuen sich, ihre Erfahrungen mit Euch zu teilen.

Den Anfang macht Berenice vom Blog Phinabelle.

Liebe Berenice, vielen Dank für das Interview. Magst Du Dich und Deinen Blog vorab kurz vorstellen?

Ich bin Berenice, 32 Jahre alt, verheiratet und zweifache Mama (*2011 und *2015). Gemeinsam mit meiner Familie wohne ich in einer kleinen Stadt in Rheinland-Pfalz. Seit April 2016 schreibe ich auf „Phinabelle“ über meinen Alltag als Mutter und Frau. Auf meinem Blog gibt es alles rund um die Erziehung und das Leben mit Kindern, tolle Rezepte, Bücher und vieles mehr.

Was war Deine Motivation mit dem Bloggen zu beginnen?

Ich habe eine lange Zeit bereits Elternblogs gelesen. Gerade als meine zweite Tochter auf die Welt kam, hatte ich viele Fragen zu unserem neuen Leben zu viert. Ich merkte, dass mir der Austausch sehr gut tat und bekam Lust, selbst einen Blog zu starten. Die Elternzeit schien mir der perfekte Zeitpunkt dafür. So konnte ich testen, ob mir das Schreiben liegt und ich Spaß daran habe.

Mütter brauchen einfach den Austausch und die Gedanken anderer, um eine neue Perspektive zu gewinnen oder einen Schritt weiterzukommen. Ich war dankbar für jeden Tipp und freue mich, wenn ich meine Erfahrungen weitergeben kann.

Was gefällt Dir am Bloggen am meisten?

Am meisten gefallen mir tatsächlich die Kommunikation und der Austausch mit anderen Müttern. Ich kann meine Gedanken zu Wort bringen, Probleme ansprechen oder beschreiben, wie wir eine Situation gemeistert haben. So habe ich Luft in meinem Kopf und bekomme Rückmeldung, die mir im Leben sonst oft fehlt. Witzig ist, dass ich gewisse Themen eher verblogge, statt mit einer Freundin darüber zu sprechen.

Welche Herausforderungen hast Du beim Bloggen?

Anfangs wusste ich nicht wirklich worüber ich schreiben soll. Ich hatte zwar Ideen, aber so richtig umsetzen konnte ich das nicht. Jetzt ist meine größte Herausforderung die Zeit. Ich habe einige Artikel im Kopf oder auf meiner Ideen-Sammlung stehen, aber ich habe nicht genug Zeit zum Schreiben. Meine kleine Tochter geht seit 7 Wochen in die Krippe und seitdem ist es viel besser geworden. Aber in der Zeit davor konnte ich tagsüber nur schreiben, während sie mittags schlief. Meine Blog-Zeit ging eigentlich erst abends los, wenn die Kinder im Bett waren und der Haushalt erledigt.
Jetzt muss ich meine Zeit neu ordnen. Denn wenn man zuhause arbeitet, sieht man auch die Arbeit zuhause: schnell die Spülmaschine ausräumen, kurz die Wäsche falten, saugen – und die Zeit ist schon um. Aber auch das wird sich in der nächsten Zeit sicherlich gut einspielen.

Ist für Dich persönlich das Bloggen ein alternatives Jobmodell? Warum?

Anfangs nein, mittlerweile ja. Als ich mit dem Bloggen angefangen habe schrieb ich einfach meine Gedanken auf, weil ich Spaß daran hatte. Schnell habe ich gemerkt, dass mir das Schreiben viel Freude macht und der Blog ein fester Bestandteil in meinem Leben ist. Mit der Zeit kamen die ersten Anfragen von Firmen und ich hatte meine ersten Kooperationen. Ich bekam immer mehr Leser und meine Reichweite verbesserte sich, was mir natürlich zeigte, dass meine Artikel gut und interessant sind.
Als meine Kleine in der Krippe eingewöhnt war, wollte ich meine Arbeitszeit als Verwaltungsangestellte wieder erhöhen. Womit ich nicht rechnete war die Kündigung meines Arbeitgebers. Zurzeit denke ich wirklich darüber nach, dem Bloggen noch mehr Zeit zu schenken und einen Job daraus zu machen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: ich bin mein eigener Chef und kann die Arbeit wunderbar mit meiner Familie vereinbaren. Ich setze mich an meinen Schreibtisch, wann es passt und kann für meine Kinder da sein, wenn sie krank sind oder Ferien haben. Für uns passt diese Vorstellung sehr gut.

Viele andere Mütter überlegen sich auch mit dem Bloggen zu beginnen. Was meinst Du, warum das so ist?

Gerade in der Elternzeit stecken viele Mütter fest. Zum einen, weil man sich nur noch mit Brei, Schnuller und dem Windelinhalt beschäftigt und das Leben plötzlich so ganz anders ist. Zum anderen denkt man aber auch über die eigene berufliche Situation nach und beginnt zu hinterfragen: Bin ich glücklich mit meiner Arbeit? Habe ich Freude an dem, was ich tue und sehe ich einen Sinn darin? Oder frage ich mich morgens schon, wann endlich Feierabend ist?

Ich denke in diesen Situationen ist der Austausch ganz wichtig. Wenn man darüber redet – oder eben schreibt – trifft man vielleicht auf Menschen, in auch an diesem Punkt waren und wertvolle Tipps und Inspiration geben können. Ein Blog eignet sich hervorragend, um seinen Gedanken Platz zu geben und neue Wege zu sehen.

Welche drei wertvollen Tipps hast Du für die Mütter, die auch bald mit ihrem Blog starten werden?

Finde Deinen Weg

Ich denke am Anfang ist es sehr hilfreich zu wissen, worüber man schreiben will. Gibt es einen Schwerpunkt wie vegane Ernährung oder ein besonderes Familienmodell? Willst Du nur über Deine Kinder oder auch über Deine Rolle als Frau schreiben? Wird Deine berufliche Karriere ein Thema sein? In welche Richtung sich der Blog entwickelt wird sich zeigen, aber einen Rahmen sollte man haben.

Bleibe authentisch

Schreibe in erster Linie für Dich. Und schreibe wirklich nur über Themen, die zu Dir und Deiner Familie passen. Wenn Dir die Ideen fehlen könntest Du aufschreiben, was in den letzten Tagen bei Euch passiert ist. Vielleicht bekommst Du so Inspiration…
Vertrete Deine Meinung und bleib dabei! Es wird immer Mütter geben, die Dich für Deine Meinung niedermachen wollen. Und es gibt die Mütter, die sagen: „Genau, so ist das bei uns auch. Danke.“

Arbeite viel und habe Geduld

Ich dachte mir, dass ein Blog eine Menge Arbeit ist, aber wie viel wirklich dahinter steckt wurde mir erst bewusst, als ich selbst geschrieben habe. Du solltest regelmäßig neue Artikel veröffentlichen, dass Deine Leser sehen, dass Du da bist. Hier reichen zwei bis drei Artikel pro Woche, schätze ich. Vielleicht magst Du Dir feste Tage einrichten? Ich persönlich lese nicht gerne, wenn montags zwei Artikel erscheinen und dann zehn Tage gar nichts kommt. Bedenke, dass Du auch Zeit brauchst, um Fotos zu machen. Und es gibt Tage, da machst Du 50 Fotos, um ein gutes zu bekommen. Außerdem kommen die Social Media Kanäle dazu und man will ja auch bei anderen Bloggern lesen. Wenn Du mit Spaß bei der Sache bist machst Du das aber auch gerne. Denn am Anfang wirst Du nicht viele Leser haben. Lass Dich dadurch nicht entmutigen, sondern geh weiter Deinen Weg. Manchmal wird er hart und steinig sein, aber Du wirst sehen, dass es sich lohnt.

Wenn Du darüber nachdenkst, einen Blog zu starten, kann ich Dir nur raten es auszuprobieren. Was kann schief gehen? Du fühlst Dich nicht wohl dabei oder keinen interessieren Deine Texte? Dann bist Du um diese Erfahrung reicher – was auch ein Gewinn ist. Oder das Schreiben macht Dir so viel Spaß, dass Du es bereuen würdest, wenn Du nicht angefangen hättest. Ich wünsche Dir viel Freude und Erfolg mit Deinem neuen Projekt!

Herzlichen Dank für Deine Zeit und das sehr nette Interview mit Dir.

Wer Lust von Euch bekommen hat Berenice und ihren Blog kennenzulernen, der kann gerne mal bei Phinabelle vorbeischauen.

 

Wie ist es bei dir? Möchtest du auch mit dem Bloggen anfangen oder hast vielleicht selbst in der Elternzeit einen Blog aufgebaut? Was war deine Motivation und welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib mir gerne 🙂

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